Die kulinarische Zapfstelle an der Bundesstraße

Mahlzeit! Essen muss jeder. Gerade auf Reisen oder in der Mittagspause stellt sich oft die Frage: Was gibt's heute? "Freie Presse" stellt Kantinen und Raststätten in der Region vor. Heute: die Kantine an der Alten Tankstelle in Schlettau.

Schlettau.

"Auftanken" - so heißt seit Jahr und Tag die Devise an der Alten Tankstelle in Schlettau. Doch da, wo kraftstofffressende Mobile seit 1937 bei Texaco und bis zur Wende bei Minol ihren Brennstoffnachschub erhielten, ist längst eine kulinarische Zapfstelle eingerichtet worden. Statt Diesel und Benzin wird ein Sortiment an Erfrischungsgetränken und Kaffee ausgeschenkt, und nicht nur Bockwurst und Bulette geben den ausgehungerten Chauffeuren neuen Lebenskraft. "Seit 1992 besteht der Imbiss, ich bin seit zehn Jahren vor Ort", erklärt Eva Schreiber. Sie ist festangestellte Servicemitarbeiterin des Betreibers Frank Wagner.

Den Halt an der Buchholzer Straße (B 101) legen überwiegend Verkehrsteilnehmer ein, die in kurzer Verweildauer ihren Durst und Hunger stillen wollen. "Einen Teil machen Dienstreisende bzw. im Berufsalltag pendelnde Handwerker und Arbeiter aus. Zudem stoppen Touristen während ihrer Durchfahrt durch den Ort. Und außerdem begrüßen wir Stammkunden, die auch aus Schlettau kommen", so Eva Schreiber. Die checkt ihre regelmäßigen Besucher und deren Speisevorlieben schon mit der Vorfahrt der Autos. "Rollen diese vor, weiß ich hundertprozentig, dass etwa Makkaroni geordert werden." Sie kennt den Tischler mit markantem Transporter, den Autoverkäufer mit rotem Nummernschild oder den heranknatternden Mopedfahrer. Dienstleister, Monteure und Büroangestellte bestellen hier zum Mittagstisch ihre Brat- oder Currywurst mit Pommes, wie Kartoffelsalat und Backfisch über den Verkaufstresen gehen. Und es kommen durchaus Einheimische zum Ausgabefenster, die mitunter nicht selbst ihre Mahlzeit zu Hause zubereiten wollen. "Nachgefragt ist unsere Soljanka, sie ist quasi ein Markenzeichen. Die wird regelmäßig von uns selbst zubereitet und mundet allen Altersgruppen." Die Köchin selbst bevorzugt bei Appetit ein Stückchen Kuchen.


Die früheren Büro- und Serviceräume sind fachmännisch für den Kantinenbetrieb hergerichtet. "Für unsere Tätigkeit gelten strenge Hygienestandards und bestimmte Verkaufsauflagen", so die Gastgeberin. In der breiten Palette der Angebote befinden sich daher beispielsweise keine Eierspeisen oder frisch zubereitetes Fleisch. Neben dem netten Service wissen Gäste zwei weitere Trümpfe der Auftankstation zu schätzen: "Wir haben die Überdachung der früheren Zapfsäulen zu einem Verweilraum umgestaltet, in dem die Kunden bei Wind und Wetter stehen können. Und: Da wir zugleich im Freien sind, dürfen Raucher ihren Tabak mit einem Kaffee genießen." Urig ist der Imbissstand allemal: Ungezählte an den Wänden angebrachte Plakattafeln und Werbeschilder erzählen von der Tankgeschichte und den schnittigen Schlitten von einst.

"Der Arbeitstag beginnt mit meinem obligatorischen Gang zum Bäcker. Ab 7.30 Uhr bereite ich dann das Frühstück vor, dass ab 8 Uhr gern angenommen wird." Bis 14 Uhr ist der Essensschalter an Arbeitstagen geöffnet, an Wochenenden bleibt das Rolltor verschlossen. Dabei ist der Imbissbetrieb durchaus wetterabhängig. "Insofern öffnen wir erst im März und die Saison läuft bis November." Mit der Adventszeit verlagert Eva Schreiber samt ihrem Chef den Arbeitsplatz, der sich dann auf dem Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz befindet.

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