Die "Scheidungsopfer" aus der Tierschutzstation Marienberg

Die Bergstädter kümmern sich um Katzen, die von ihren Besitzern ausgesetzt oder abgegeben wurden. Am Samstag stellt das Team um Ulrike Kreher seine Arbeit vor.

Marienberg.

Sie heißen Gerd, Gerthold, Gino, Glenn, Gretel und Gulia. Und sie alle vereint ein Schicksal. Sie wurden ausgesetzt und warten in der Tierschutzstation Marienberg auf ein neues Zuhause. Warum die Katzen alle den gleichen Anfangsbuchstaben im Namen tragen? Ganz einfach, sagt Ulrike Kreher. "Damit können wir die Vierbeiner leichter dem Jahr zuordnen, an dem sie bei uns angekommen sind. 2019 ist das H dran", erklärt die Leiterin der Tierschutzstation Marienberg.

Seit etwa fünf Jahren ist sie für die Einrichtung in der Bergstadt verantwortlich. Und 2018 sei bislang ein ruhiges Jahr gewesen. "Viele denken wahrscheinlich, uns gibt es gar nicht mehr", sagt Kreher. Deshalb wollen sie und ihre Mitstreiter erstmals seit 2011 anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Station wieder mit einem Tag der offenen Tür am Samstag die Öffentlichkeit auf ihre Arbeit aufmerksam machen.

Im vergangenen Jahr hatten die Marienberger 63 Tiere in ihrer Obhut. Bis auf vier Hunde handelte es sich dabei ausschließlich um Katzen. Aktuell sind es 15 Tiere. Bis zu 30 haben maximal Platz. "Wir sind eine Tierauffangstation", betont Kreher. Bei ihren Bewohnern handelt es sich hauptsächlich um Fundkatzen, die zuvor im Stadtgebiet herumgestreunt sind. Privat könnten nur Tiere abgegeben werden, wenn Platz auf der Station vorhanden ist. Kreher nennt sie Scheidungs- und Trennungsopfer. Das meint sie aber liebevoll. "Sie landen etwa bei uns, wenn die Besitzerin einen neuen Partner hat, der allergisch auf Katzen reagiert. Oder etwa, wenn der Besitzer aus gesundheitlichen Gründen selbst ins Pflegeheim muss."

Derzeit kümmern sich die Angestellten und ein Bundesfreiwilligendienstleistender zusätzlich um zwei Gäste. Ein Chinchilla und ein kleiner Hund - zwei Pensionstiere, deren Halter im Urlaub sind. Gern würde sich Kreher auch um mehr Hunde kümmern. "Aktuell haben wir nur zwei Zwinger. Und die müssen wir hauptsächlich für Fundhunde im Stadtgebiet frei halten." Deshalb wollen die Tierschützer weitere Zwinger und ein Außengelände für die Vierbeiner anbauen. "Der Bedarf wäre da. Wir warten aber noch auf die Genehmigung."

Betreut wird die Station vom Tierschutzverein Marienberg und Umgebung, der etwas mehr als 60 Mitglieder zählt. Finanzielle Unterstützung leistet die Stadt. Zusätzlich sei die Gemeinschaft auf Geld- und Futterspenden angewiesen. Kreher: "Wir sind für jede Unterstützung dankbar, denn ohne diese Hilfe geht es nicht."

Wer an den Vierbeinern interessiert ist, kann sich mit den Tierschützern telefonisch in Verbindung setzen oder zu den Öffnungszeiten vorbeikommen. "Wichtig ist, dass Mensch und Katze zueinander passen", sagt Kreher. Die Tiere seien allesamt gesund, entwurmt und geimpft.

www.tierschutz-marienberg.de


Tierärztin beantwortet Fragen - Hundesportverein präsentiert Vorführungen

Die Mitglieder des Tierschutzvereins Marienberg und Umgebung laden für den kommenden Samstag zum Tag der offenen Tür in die Tierschutzstation, Stadtmühle 15b, in Marienberg ein. Die Veranstaltung beginnt 14 Uhr und dauert voraussichtlich bis etwa 17 Uhr.

Neben Führungen durch die Tierschutzstation haben die Organisatoren ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Kinder können sich schminken lassen und ihr Glück beim Dosenwerfen sowie am Glücksrad auf die Probe stellen. Ein Bücherflohmarkt lädt zum Stöbern ein. Der Hundesportverein SV OG Marienberg präsentiert Vorführungen.

Ärztliche Fragen beantwort eine Tierärztin von der Zöblitzer Praxis Dr. med. vet. Barthmann. "Es wird aber keine Untersuchungen geben", betont Tierschutzstationsleiterin Ulrike Kreher. Ebenfalls am Samstag vor Ort: die Tierheilpraxis Yvonne Bilz. Zudem stellt Danny Hahn sein Marienberger Geschäft "Barf" vor. Er berät Hunde- und Katzenbesitzer zum Thema Ernährung und bietet biologisch-artgerechtes, rohes Futter an. (rickh)

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