Die Schwierigkeiten mit dem Gelände

Niemand möchte Wildfahrer, die Waldwege und Felder zerstören. Andererseits finden Clubs nur schwer neue Motocross-Strecken. Ist das Teil des Problems?

Annaberg-Buchholz/Hilmersdorf.

Wildfahrer auf Feldern und in Wäldern der Region schaden dem Ruf der Motocross-Sportler, klagen Mitglieder der Rennsportvereine. Nach dem "Freie-Presse"-Bericht vom 24. August über die Schäden, die Schwarzfahrer um Marienberg verursachen, meldete sich Oliver Bittner vom Automobil- und Motorradclub (AMC) Annaberg-Buchholz. Ähnliche Beschwerden gebe es auch dort. Im Gegensatz zu anderen Clubs der Region habe der AMC keine Geländestrecke. Das verstärke Bittner zufolge das Problem. Sein Clubkollege Eric Süß ergänzt: Maschinen ohne Straßenzulassung müssen erst mit dem Transporter zu den Strecken in Hilmersdorf oder Zwönitz transportiert werden, beide liegen etwa eine halbe Stunde entfernt. Zusätzlicher Aufwand, den nicht jeder in Kauf nehme.

Nah genug, widerspricht der AMC-Vorsitzende Joachim Martin - ohnehin seien seiner Meinung nach unter den Wildfahrern kaum Clubmitglieder. Für eine Geländestrecke bei Annaberg-Buchholz sehen Martin und Süß wenig Chancen. Was zum Teil an den Schwarzfahrern liege: Die fahren über Felder, hinterlassen Schäden und wütende Landwirte. Keine gute Verhandlungsbasis für die Nutzung potenzieller Grundstücke, beklagt Süß. Früher habe es an der Wolfshöhle eine Geländestrecke gegeben, erzählt Joachim Martin. Doch die wurde dem Club nach der Wende vom Eigentümer gekündigt. Überhaupt habe es sein Sport nicht leicht, klagt Martin. Als Vorstandsmitglied des ADAC Sachsen ist er für die 47 sächsischen Motorsportclubs zuständig. Es gebe allerorten Streit um Strecken, vor allem über Lärm- und Umweltschutz.

Christoph Seifert vom Hilmersdorfer Offroad-Club kennt die Probleme. Lange habe der Club Anfang der 1990er-Jahre nach einer Strecke gesucht. Auch die Landwirte um Hilmersdorf hätten sich damals über Wildfahrer geärgert. Die Bauernland AG ließ sich auf einen Versuch ein, stellte dem Club ein Grundstück testweise zur Verfügung. Zuvor wurden Lärm- und Umweltbelastung geprüft -15.000 Euro kostete das, das Verfahren dauerte mehrere Jahre. Nach dem Probejahr kaufte der Club das Grundstück. Und tatsächlich habe es seitdem weniger Beschwerden gegeben. Nicht aufgeben, lautet deshalb Seiferts Rat.

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