Digital statt auf Papier: Städte setzen auf moderne Technik

Papierstapel zu den Ratssitzungen sollen in einigen Kommunen des Altlandkreises bald der Vergangenheit angehören. Dafür halten Tablets Einzug. Von der Veränderung sollen auch die Bürger profitieren.

Schlettau/Scheibenberg/Ehrenfriedersdorf.

Wenn der Scheibenberger Stadtrat zusammenkommt, dann werden im Schnitt um die 15 Beschlüsse gefasst. Für jeden erhalten die Räte Beschlussvorlagen. Darin sind alle Informationen für die Entscheidungsfindung aufgeschrieben. Schnell kommen so fünf bis zehn Seiten zusammen, erzählt Bürgermeister Michael Staib. Bei zwölf Stadträten plus Bürgermeister macht das allein für die Stadtratssitzungen zwischen einigen Hundert und einigen Tausend Blatt Papier. "Das soll alles wegfallen", so Staib.

Die Stadt Scheibenberg ist nicht die einzige Kommune, die in den kommenden Wochen andere Wege gehen möchte und es damit anderen Kommunen gleichtut. Auch im Kreistag werden Beschlussvorlagen und Co bereits seit Langem vorrangig in digitaler Form verteilt. Möglich wird die durch die Einführung eines Ratsinformationssystems. Mithilfe einer Software kann die Verwaltung so Tagesordnungen aufsetzen, diese an die Räte schicke, Protokolle erstellen, Beschlussvorlagen vorbereiten und vieles mehr. Neben der Papiereinsparung geht es so auch effizienter zu. So muss zum Beispiel kein Stadtbote mehr loslaufen, um die Unterlagen an die Räte zu verteilen.

"Der Aufwand ist schon groß", so Staib. Die Verwaltungsmitarbeiter müssen geschult werden. Außerdem braucht es auch rechtliche Vorbereitungen, wie beispielsweise Änderungen in der Geschäftsordnung. Doch wenn es dann einmal läuft und alle wissen, wie die Technik funktioniert, kann die Zukunft beginnen. Neben Scheibenberg will auch Schlettau ein Ratsinformationssystem einführen. "Der Wunsch kam aus dem Rat", sagt Bürgermeister Conny Göckeritz. Seit einigen Jahren wünschen sich die Schlettauer das schon. Noch im ersten Quartal dieses Jahres soll es soweit sein. Ein Vorteil sei, dass es auch eine Archivfunktion gibt, mit der nach alten Beschlüssen gesucht werden kann.

Auch in Ehrenfriedersdorf wird schon seit Langem über die Digitalisierung im Stadtrat diskutiert. Bereits jetzt werden Karten und Informationen während der Sitzung auf einen großen Bildschirm übertragen. "Unser Ziel ist die papierlose Verwaltung", sagt Bürgermeisterin Silke Franzl. Von jetzt auf gleich gehe das zwar nicht. Aber eine Minimierung des Papierwustes sei ein Zwischenschritt. In wenigen Monaten soll der Übergang erfolgen.

Was im ersten Moment klingt, als ob es nur die gewählten Räte und die Verwaltung tangiert, kann sich aber auch positiv für den Bürger auswirken. "Wir wollen das Ratsinformationssystem auch nutzen, um die Bürger besser zu informieren", sagt beispielsweise Michael Staib. Neben Terminen sollen unter anderem auch Vorlagen eingesehen werden können. Mehr Digitales bedeutet also auch mehr Transparenz.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...