Diskussion um geschnitzte Fußballer im Erzgebirge

Ein Foto von einer Schnitzausstellung in Mildenau hat am Wochenende bei Twitter für Diskussionen gesorgt. Dem Schnitzer Guntram Müller wird Rassismus vorgeworfen. Der Mildenauer sagt: Ja, die Darstellungen der Figuren seien übertrieben. Aber so funktionierten Karikaturen nun einmal. Rassistisch sei seine Arbeit nicht.

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8Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 8
    2
    Auriga
    06.02.2020

    Ich finde genau das unterscheidet die Schnitzausstellung in Mildenau von anderen im Erzgebirge: Das herzliche Lachen über die Karikaturen von Guntram Müller mit der beißenden Satire.
    Früher hätte man wegen der Krippe den Scheiterhaufen aufgetürmt. Heute sammeln manche wieder Holz wegen anderer Motive und der Political Correctness. Die Zeiten ändern sich, die Werke bleiben. Lassen Sie sich nicht beirren und schnitzen Sie bitte weiter. Glück Auf!

  • 6
    1
    Nixnuzz
    05.02.2020

    "..17 Jahre später..." Äh - hä?? Ich glaub es nicht!! Ok - Gegenvorschlag: Öffentlich-wirksame Verbrennung! Ach ne - geht wegen irgendwelcher Verordnungen ja auch nicht! Na gut: Auf das Lager und den Holzwürmern als Futter vorlegen... (Irgendwie armselig das ganze Hick-hack..)

  • 12
    3
    Steuerzahler
    04.02.2020

    Man gewinnt immer mehr den Eindruck, dass sich immer häufiger Leute und Organisationen ( häufig immer wieder die gleichen) ehrenamtlich zu Gesinnungs- und Sittenwächtern aufschwingen. Künstlerische und Meinungsfreiheit kommen dabei immer mehr unter die Räder. Um so bedauerlicher, da wir das alles unter anderen Vorzeichen schon hatten!

  • 31
    9
    CPärchen
    04.02.2020

    Wenn eine Oma als Umweltsau bezeichnet wird, dann gilt vielen "Satire" als guten Grund.

    Wenn reiche Fußballer verarscht werden, ist "Satire" mit einem Mal nicht in Ordnung.

    Ich mag die Figuren! Ich heule doch auch nicht rum, wenn Witze über Ostdeutsche als Bananen-geile Jammerlappen gemacht werden

  • 25
    8
    quatschkopf
    04.02.2020

    Was sich der Schnitzer beim schnitzen dachte kann keiner nachweisen. Ansonsten muss man seine Aussagen erstmal ernst nehmen. Natürlich arbeitet man in einer Karikatur immer die besonderen Merkmale heraus. Große Nase, hohe Stirn, dicke Lippen... So sehen Karikaturen von Menschen meist aus. Eine Aussage steht hier nicht dabei. Das überlässt die Interpretation dem Betrachter.

  • 10
    28
    Distelblüte
    03.02.2020

    Ich habe die Fotos auf Twitter gesehen und mich entschlossen, die Schnitzausstellung selbst zu besuchen. Ich fand dort viele handgeschnitzte Figuren, die mit viel Liebe zum Detail, auch mit Witz punkteten. Besonders gefallen haben mir die Arbeiten von Juliane Winter, der einzigen Frau im Schnitzverein.
    Was mir beim Besuch der Ausstellung bewusst wurde: die Schnitzarbeiten offenbaren Rückschlüsse auf den Blick des Schnitzers auf die Welt. Bei nahezu allen Werken war da Freundlichkeit, Humor, Liebe zum Menschen zu erkennen. Einen Ausnahme bilden für mich die Schnitzarbeiten von Herrn Müller. Es waren nicht nur die Stereotype, die er in wochen- oder monatelanger Arbeit zu Fußballspielern formte. Auch andere seiner Werke offenbaren einen durchaus boshaften Blick auf andere. Es gibt in der Ausstellung eine weitere Figur, sehr viel kleiner als die oben erwähnten, die eindeutig ein antisemitisches Stereotyp darstellt. Auch wenn das abgestritten wird - es ist da.
    Auch die Darstellung eines wütenden, aufgerichteten Eisbären, der einen schwarz maskierten Menschen in den Klauen hält, mit einer herablassenden Beschriftung dazu, lässt einen alten weißen Mann erkennen, der kunstfertig sein Weltbild in Lindenholz verewigt hat.
    Man kann das gerne anders sehen, aber beeindruckt haben mich vor allem andere Exponate.

  • 41
    9
    GGR
    03.02.2020

    Die Schnitzereien sind aus meiner Laiensicht handwerklich gelungen und ich finde es grundsätzlich auch begrüßenswert, wenn die Männlemacherei abseits von Bergleuten und Engeln zeitgenössische Motive hervorbringt. Es ist unstrittig, dass hier sehr bewusst mit stereotypen Darstellungen und geschmacklosen Spielernamen provoziert wird. Und Provokation ist wohl der eigentliche Zweck dieses Werks. Ziel erreicht, würde ich sagen.

  • 22
    53
    remarcel
    03.02.2020

    Die Frage für mich ist, was will der Karikaturist damit erreichen? Sonst setzen sich Karikaturisten für Menschenrechte und Gerechtigkeit ein oder benennen gesellschaftliche Verwerfungen. Hier erkenne ich nur Kritik an der Integrationsarbeit des DFB mit billigsten stilistischen Mitteln. Die Figuren erinnern mich sogar an Karikaturen der Nazis, die Juden mit Hakennasen darstellen, um sie zu stigmatisieren. Für einen rechten Kundenkreis sind die Schnitzereien sicher willkommener Populismus und das nimmt der Karikaturist gerne in Kauf.