Drei gehen durch dick und dünn

DANKESSTOLLEN: Ein Krankenhausaufenthalt trennt Iris Weinhold von ihrer pflegebedürftigen Mutter. Zwei hilfsbereite Nachbarinnen springen mit vollem Einsatz ein.

Steinbach.

In der Not rücken die Menschen näher zusammen - das sagt ein altes Sprichwort. Doch wie blind das Schicksal zuschlagen kann, vermag Ilona Meyer aus Steinbach mit nur einem Satz zu sagen: "In allen drei Häusern gab es einen Todesfall." Damit meint sie nicht nur ihre eigene Familie, sondern auch die ihrer Nachbarinnen Christine Meyer und Iris Weinhold. Seit diesen Tagen gehen die drei Damen gemeinsam durch dick und dünn, helfen sich gegenseitig, wann immer Hilfe benötigt wird - und das kann zu Weilen ganz schnell der Fall sein.

Zu Ostern 2018 erkrankte Iris Weinhold schwer und musste sich im Chemnitzer Krankenhaus behandeln lassen. Doch zu Hause in Steinbach muss ihre damals 76-jährige und demente Mutter ebenfalls versorgt werden. Eine Aufgabe, um die sich Iris Weinhold bisher immer selbst kümmern konnte. Doch nun ging das nicht mehr. Zunächst übernahm ihr Sohn die Betreuung der Seniorin - nach seiner regulären Arbeit. Doch die doppelte Belastung drohte überhand zu nehmen. Ohne lang zu überlegen, sprangen Ilona und Christine Meyer in die Bresche und kümmerten sich um die hilfsbedürftige ältere Dame.

"Das war ganz selbstverständlich, wir wohnen ja direkt nebeneinander und haben uns immer im Blick", sagt Ilona Meyer. In die Betreuung haben sich die beiden Nachbarinnen stets hineingeteilt, denn es gab viel zu tun. "Wenn es Wäsche zu waschen gab, habe ich das oft gemacht", erzählt Ilona Meyer. Dafür hat Christine Meyer regelmäßig an den Kochtöpfen gestanden und für die ältere Nachbarin mitgekocht. Da Ostern auch ein Fest sein sollte, gab es zur Überraschung Süßigkeiten: "Da habe ich Quarkkeulchen für uns gemacht", erinnert sich Christine Meyer.

Dreieinhalb Wochen lang fesselte die Krankheit Iris Weinhold ans Bett. Während dieser Zeit umsorgten ihre beiden Nachbarinnen im heimatlichen Steinbach ihre Mutter. "In der Vergangenheit hatten wir manch schwere Zeit durchzustehen. Umso mehr sollten wir die Zeit genießen, in der wir uns noch haben", findet Iris Weinhold. Diesen Ausspruch dürfen Christine und Ilona Meyer ganz wortwörtlich verstehen. Zum Dank für die Pflege ihrer Mutter schlug Iris Weinhold die beiden für einen Dankesstollen vor, den "Freie Presse" in Kooperation mit der Ehrenfriedersdorfer Bäckerei Nönnig übergab.

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