Ehrenfriedersdorfer Schnitzer bleiben nicht nur im Stübchen

Die Schnitzer der Bergstadt laden gemeinsam mit dem Klöppelverein zur Jubiläumsschau. Die Holzkünstler schaffen immer wieder Werke mit großer Außenwirkung.

EHRENFRIEDERSDORF.

Die Besucher erwartet eine Ausstellung von Format: Knapp 250 Exponate sind ab Sonnabend zur großen Jubiläumsschau des Schnitz- und Krippenvereins Ehrenfriedersdorf im Haus des Gastes der Bergstadt in der Max-Wenzel-Straße zu sehen. Neben alten Werken von Gründungsmitgliedern des Vereins sind unter anderem Pyramiden, verschiedene Gemeinschaftsarbeiten und Vereinsberge zu bewundern. "Und natürlich spielen in einer traditionellen Bergbaustadt wie Ehrenfriedersdorf vor allem auch solche Arbeiten wie Bergmänner eine große Rolle", verrät Vereinsvorsitzender Harald Weisbach. Auch an kunstvollen Klöppelspitzen wird es nicht mangeln. "Denn die Schau veranstalten wir gemeinsam mit dem Klöppelverein der Stadt", so Weisbach.

Der heute 27 Mitstreiter zählende Ehrenfriedersdorfer Schnitz- und Krippenverein feiert mit der Schau sein 110-jähriges Bestehen. Am 23. Dezember 1908 ist die Gemeinschaft ins Leben gerufen worden. "Anfangs war es ein reiner Bastelverein, der sich vorwiegend dem Krippen- und Pyramidenbau verschrieben hatte. In dieser Zeit sind viele schöne Weihnachtsberge und sogenannte Ecken, die in den Stuben Platz fanden, entstanden", berichtet der Vereinschef. Der große mechanisierte orientalische Vereinsberg im Berghaus auf den Greifensteinen oder der Vereinsberg für die Berggrabebrüderschaft im Mineralogischen Museum des Besucherbergwerks Zinngrube zeugen eindrucksvoll von dieser Tätigkeit.

Das Figurenschnitzen im Verein hatte sich übrigens erst ab den 1920er-Jahren herausgebildet. Constantin Bach aus Elterlein und Guido Schreiter, Steinmetz aus Ehrenfriedersdorf, lehrten seiner Zeit die Grundlagen des figürlichen Schnitzens in der Schnitzschule in Ehrenfriedersdorf. Der Ideenreichtum und die gegenseitige Unterstützung der Vereinsmitglieder haben sich in all den Jahren sehr positiv auf die Entwicklung und Kreativität des Vereins ausgewirkt. So hat der Verein Wegweiser für die Stadt geschaffen. 1973 präsentierte er die Ehrenfriedersdorfer Großpyramide, deren gelungenes und filigranes Aussehen sogar Auftragswerke nach sich zog.

So entstanden unter anderem 1975 eine Pyramide für Oberwiesenthal, zwei Jahre später Pyramidenfiguren für Großhennersdorf und 1986 für Falkenbach. 2002 wurde mit der Errichtung des Waldgeisterwegs begonnen und somit später gemeinsam mit den Schnitzfreunden von Geyer und Thum eine weitere Attraktion im Greifensteingebiet geschaffen. Und die Ausstellungen des Schnitz- und Krippenvereins Ehrenfriedersdorf waren seit jeher attraktiv und daran wollen die Holzkünstler natürlich anknüpfen.

Die Schau im Ehrenfriedersdorfer Haus des Gastes, Max-Wenzel-Straße 1, hat von Sonnabend, 19. Januar, bis 3. Februar jeweilsmontags bis freitags von 13 bis 18 Uhr und sonnabends und sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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