Ein "Menschenkochtopf" als Meisterstück

Metallbauer Norbert Mann hat skandinavische Badezuber völlig neu interpretiert. Das brachte ihm den Meistertitel seines Handwerks und eine neue Geschäftsidee.

Neundorf.

Es war ein Witz, der Norbert Mann auf eine Idee brachte, als der Metallbauer vor zwei Jahren einen Meisterlehrgang begann. Damals unterhielten sich die Teilnehmer über skandinavische Badezuber, also jene großen holzfassartigen Behälter, in denen sich in warmem Wasser entspannen lässt. Als einer der Anwesenden nicht genau wusste, um was es sich dabei handelt, umschrieb Mann es mit "Menschenkochtopf". Ein Begriff, der nun Realität wurde. Denn der Bau eines "Menschenkochtopfes" sollte sein Meisterstück werden.

Monatelang tüftelte der Neundorfer Unternehmer, der seine Firma bereits 2011 gründete, daran, wie das Werk gelingen kann. Eine 3-D-Zeichnung entstand und schließlich ging es an die praktische Umsetzung. Etwa drei Wochen dauerte es, bis der beheizte Pool in Form eines riesigen roten Emailletopfes fertig war. Die größte Herausforderung seien die Schweißarbeiten gewesen, erklärt der 33-Jährige, weil sich das Material dadurch verzog. Das Herzstück bildet der Boden des Kessels mit der Heizung. Anders als bei einfachen Varianten werde das Wasser mit einer eigens erfundenen Heizschleife im Boden erwärmt. Die dafür benötigte Hitze kommt entweder von einem Lagerfeuer, das unter den Zuber geschoben wird, oder von einem Gasbrenner. Außerdem verfügt das Meisterstück über höhenverstellbare Sitze, eine Leiter und einen überdimensionalen Henkel, der die Optik als Topf noch einmal unterstreichen soll.


Mehr als 1,5 Tonnen wiegt der "Menschenkochtopf" ohne Wasser. Etwa 4000 Liter passen hinein. Bei einem normalen Wasseranschluss dauere das Befüllen um die fünf Stunden. Diese Menge dann auf die richtige Temperatur zu bringen bedarf weiterer drei Stunden, so Norbert Mann. Der Wellness-Kochtopf soll künftig aber nicht im heimischen Garten des Erschaffers für entspannte Stunden sorgen. Ab November soll der Zuber für 250 bis 300 Euro pro Wochenende gemietet werden können. Um ihn von A nach B transportieren zu können, will der Handwerksmeister einen speziellen Anhänger konzipieren. Auch soll der "Menschenkochtopf" kein Einzelstück bleiben. Norbert Mann sieht Wellness-Anlagen und Hotels als potenzielle Auftraggeber. Sein Traum ist es außerdem, dass der Zuber irgendwann einmal auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt für Erwärmung bei den Besuchern sorgt. Auch in Saunalandschaften könnte so ein Kochtopf seiner Meinung nach gut platziert werden. Denn beheizt werden muss er ja nicht unbedingt. Zur Abkühlung sei der Topf ebenfalls bestens geeignet. Doch bis das alles Wirklichkeit wird, will der Handwerker sein Meisterstück noch perfektionieren und beleuchten.

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