Ein Ortsteil feiert 550 Jahre Stadtrecht

Eine kurfürstliche Entscheidung im Jahr 1468 bescherte Geyersdorf zahlreiche Rechte. Dafür gesorgt hatte ein florierendes Bergwerkswesen. Parallelen zu heute sind sichtbar.

Geyersdorf.

Auf "sein" Geyersdorf ist Thomas Siegel stolz wie Bolle. Besonders den Zusammenhalt der Einwohner schätzt der einstige Bürgermeister und heutige Ortschaftsratsvorsitzende über die Maßen. "Wir sind ein Dorf geblieben und wollen auch gar nichts anderes sein", sagt er. Und trotzdem feiert der Ortsteil von Annaberg-Buchholz in einer Woche das Jubiläum "550 Jahre Stadtrecht".

Das wurde Geyersdorf am 4. Februar 1468 vom Kurfürsten Ernst von Sachsen, Landgraf in Thüringen und Markgraf zu Meißen, verliehen. Er reagierte damit vor allem auf die reichen Erzfunde am Pöhlberg, sagt Stadtsprecher Matthias Förster. Mit dem Stadtrecht erlangte Geyersdorf zahlreiche Privilegien wie Brau- und Schankrecht für jedes Haus und das Abhalten eines Wochenmarktes. Damit schuf der Kurfürst eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Ortsentwicklung, die bis heute anhält. Und so gibt es durchaus Parallelen zu damals. Durch die reichen Erzfunde kamen relativ viele Menschen in Lohn und Brot. Auch heute kann der kleine Ortsteil auf verhältnismäßig viele Arbeitsplätze verweisen. Allein etwa 400 gibt es in Geyersdorf im Bereich der Industrie. Auch darauf ist Thomas Siegel stolz. "Das war harte Arbeit", sagt er und verweist auf die Schaffung neuer Gewerbestandorte nach der Wende, die erst weitere Ansiedlungen möglich machten.

Ein anderes Beispiel für eine positive Ortsentwicklung vermittelt der Blick auf die Einwohnerstatistik. Zählte Bürgermeister Thomas Siegel bei seinem Amtsantritt im Jahr 1990 noch 999 Einwohner, so stieg diese Zahl bis 31. Dezember 1998 auf 1160 Einwohner an. Per 30. Juni 2018 wurden immerhin noch 1116 Einwohner gezählt. Die Gründe dafür finden sich laut Stadtsprecher unter anderem im aktiven Wohnungsbau. Bereits kurz nach der Wende wies die damals noch eigenständige Gemeinde gegenüber der Turnhalle einen ersten Eigenheimstandort aus. Kurz darauf folgte der neue, relativ große Wohnstandort "An der Bleiche". In den letzten Jahren lockten neue Eigenheimstandorte am ehemaligen Rathaus sowie an der Alten Königswalder Straße weitere Bürger nach Geyersdorf.

Das Festwochenende erstreckt sich vom 24. bis 26. August. Zu den Höhepunkten gehört ein buntes Markttreiben, das Theaterstück "Wie Geyersdorf zum Stadtrecht kam", das mehrfach aufgeführt wird sowie ein Handwerkergarten.

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