Ein Stück zurückgewonnene Normalität

Einwohner und Gäste von Geyer haben das Sommerfest am Lotterhof genossen. Wegen der Corona-Pandemie stand es lange auf der Kippe.

Geyer.

Auf den ersten Blick war das Sommerfest auf dem Lotterhof nicht von den vorangegangenen Auflagen zu unterscheiden. Wer genauer hinschaute, dem fiel aber auf, dass die Gäste weiter auseinander saßen und auf Abstand achteten. Dazu waren vor den Buden zur Orientierung Linien farbig aufgebracht. Desinfektionsmittel standen bereit.

"Das ist alles nicht schlimm. Hauptsache, es geht wieder los", sagte mit Brigitte Wicklein eine der Besucherinnen. Dabei steht erst seit etwa zwei Wochen fest, dass das Sommerfest in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann. Alexander Stoll, der im Kostüm des Namensgebers des Anwesens Hieronymus Lotter das Fest besuchte, betonte, dass Veranstaltungen wie diese für den Verein sehr wichtig sind. "Wir brauchen die Einnahmen, um Projekte, die mit Fördermitteln unterstützt werden, mit Eigenmitteln absichern zu können." Außerdem sollte den Einwohnern und Gästen der Bingestadt ein Stückchen Normalität zurück gegeben werden. Die Hygieneanforderungen umzusetzen, sei für den Verein nicht das Problem gewesen, so der 45-Jährige.

"Wir haben uns in den vergangenen Wochen an die geltenden Vorschriften gewöhnt", so Brigitte Wicklein. Ihr gegenüber saß Bernd Rockstroh. "Besser so, als zu Hause rumgammeln", brachte er seine Meinung auf den Punkt. Mit seinem Freund Michael Wicklein nimmt er für die Berggrabebrüderschaft Ehrenfriedersdorf in der Weihnachtszeit an vielen Bergaufzügen teil. "Wie das dieses Jahr gehen soll, steht noch in den Sternen", sagte er. Dabei könne er sich Weihnachten ohne die Paraden gar nicht vorstellen.

Kathrin Bornhuse war für das Fest extra aus Berlin angereist. Sie ist hier aufgewachsen und besuchte bei der Gelegenheit gleich die Familie. Dem Lotterhof fühlt sich die 50-Jährige sehr verbunden. Sie war froh, dass auf die Hygienevorschriften geachtet wurde wie etwa Nase-Mundschutz in den Buden. Für Marianne Stoll in der Kaffee- und Kuchenbude war das allerdings eher lästig, vor allem bei den Temperaturen. "Dem Verein zu Liebe machen wir das aber gerne", sagte die 71-Jährige.

Ihren Spaß hatten auf dem Sommerfest Dietmar Meyer und Michael Sadler. Die beiden sorgten mit Akkordeon und Keyboard zum ersten Mal gemeinsam für die musikalische Unterhaltung auf einer Veranstaltung. "Kann sein, dass das nicht das letzte Mal gewesen ist, wenn die Bezahlung stimmt", sagte Dietmar Meyer mit einem Schmunzeln.

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