Eine gute Tat, ein Jubiläum und ein dringlicher Wunsch

Die Thumer Grundschüler haben am Nikolaustag ein großes Herz bewiesen - und ganz unverhofft kam gleich etwas zurück. Jedoch drückt die Bildungseinrichtung auch nach wie vor ein Problem.

Thum.

Die Weihnachtszeit ist nicht zuletzt die Zeit der Traditionen und des Schenkens. Das Schenken für einen guten Zweck möchte die Grundschule Thum nun zu ihrer Tradition werden lassen. Der Anfang dafür gemacht wurde am Nikolaustag, die Grundlage gelegt bereits vor einigen Monaten - von den Kindern selbst. "Sie haben sich die Hacken abgelaufen", sagt Schulleiter Michael Preißler. Denn das Schulsportfest wird seit zwei Jahren durch einen Spendenlauf aufgepeppt, jede absolvierte Runde spült dabei Geld in die Kasse. Im Elternbeirat sei die Idee gewachsen, einen Teil davon für einen guten Zweck zu spenden. Gesagt, getan. Und so kam es, dass am Nikolaustag Kathleen Theiling die Schule besuchte. Und was sie erzählte, ließ die Mädchen und Jungen aufhorchen.

"Ich habe drei Kinder, die Gott sei Dank gesund sind", sagte Kathleen Theiling. Dass das nicht jedem so geht, sieht sie bei ihrer täglichen Arbeit. Theiling leitet die Geschäftsstelle des Elternvereins krebskranker Kinder Chemnitz. "Es wird auch dieses Jahr wieder Kinder geben, die Weihnachten nicht zuhause verbringen können", schilderte sie. Auf der Kinderkrebsstation sollen sie es trotz allem möglichst schön haben, mit Weihnachtsmann, Plätzchen ... "Wir hoffe, dass sie zwischen den Feiertagen kurz nach Hause können." In diese Arbeit soll das Geld aus Thum mit fließen. Kathleen Theiling konnte aus den Händen der Schulkinder Erwin und Layla einen Scheck über 400 Euro entgegennehmen. Auch zukünftig soll ein Teil des Lauferlöses gespendet werden - an wen, das wird noch entschieden, berichtet Schulleiter Preißler. Der übrige Teil kommt in die Klassenkassen und in die Finanzierung des Projektzirkus, der im Frühjahr 2020 in der Thumer Grundschule erwartet wird. Und da dieser nicht ganz billig ist und Gutes zurück kommt - manchmal unerwartet rasch - erhielt die Grundschule am Nikolaustag gleich selbst noch ein Geschenk. Eine Abordnung des Vereins TBV Allstars überbrachte eine Geldspende sowie Naschereien für die Schule. Die 400 Euro, die der TBV im Gepäck hatte, stammen aus dem Klitscherverkauf beim Thumer Weihnachtsmarkt sowie von den Firmen Feist und Brändel. Verwendet werden soll das Geld, um den Eigenanteil zu reduzieren, den die Familien für den Projektzirkus zahlen müssen.

Nicht die einzige Besonderheit im kommenden Jahr für die Schule mit ihren rund 170 Kindern. Die Einrichtung feiert 25-jähriges Bestehen, im Juli ist ein Schulfest geplant. Im Jubiläumsjahr sollen die Korridore gemalert werden, auch ein Klassenzimmer erhält eine neue Ausstattung. Die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert gut, betont Schulleiter Michael Preißler. Nur eine Sache hänget etwas: "Wir warten noch immer auf unsere Smileys." Hintergrund: Das Überqueren der Stollberger Straße ist aus Sicht vieler Eltern für die Kinder gefährlich. Zwar gibt es eine Fußgängerampel, doch wird die von Autofahrern immer wieder ignoriert. Vor mehr als einem Jahr hatte der Elternbeirat die Idee ins Spiel gebracht, Geschwindigkeitsanzeigetafeln mit Smileys anzubringen, die für Autofahrer optisch mehr Aufmerksamkeit erregen. Auch im Stadtrat wurde bereits darüber gesprochen - allein an der Straße ist die Lage unverändert. Die Situation dort, sagt Michael Preißler, "ist tückisch".

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