Eine Stadt hält nach verheerendem Brand zusammen

Ein Blitz - und alles war anders. Der Fall einer Steinbacher Familie zeigt, dass es bei schweren Schicksalsschlägen vor allem auf die Solidarität vor Ort ankommt.

Steinbach.

An den lauten Knall kann sich Albert Beyer noch gut erinnern. Gewitter, Sturm und Hagel hatten an jenem Pfingstmontag den Raum Annaberg in Atem gehalten. Dass soeben ein Blitz in das Domizil der Steinbacher Familie eingeschlagen war und der Scheunen-Dachboden lichterloh in Flammen stand, bemerkte der Großvater aber erst, als es an der Tür klopfte. "Bei euch brennt's", sagte ein herbeigeeilter Nachbar, der den Einschlag beobachtet hatte. Albert Beyer, der sich zusammen mit der Ehefrau, Sohnemann Thomas Beyer und dessen Ehepartnerin im Wohnraum parterre aufhielt, konnte das Haus mit seiner Familie sicher verlassen.

In der Nähe wohnt auch Peter Tippmann. Der Leiter der Steinbacher Feuerwehr sah den Blitz und wusste sofort, dass gehandelt werden musste. Wenig später bekämpften 77 Kameraden der umliegenden Wehren den Brand. Glück im Unglück: Da nur wenige Tage zuvor das Steinbacher Schwimmbecken aufgefüllt worden war, konnte die Feuerwehr mithilfe einer 700 Meter langen Leitung genügend Wasser heranpumpen. So konnte zumindest der Wohnraum gerettet werden.


Zwei Wochen später steht Silvio Beyer auf dem ausgebrannten Dachboden und zeigt auf die Stelle, wo einst der Heuaufzug befestigt worden war. "Das Metall glühte schneeweiß", sagt der 49-Jährige, der kurz nach dem Einschlag zum Haus seiner Familie geeilt war und der Feuerwehr den Weg zum Dachstuhl freimachte. Jede Minute zählte.

Die Zerstörung der Geräte und Maschinen ist jedoch das geringste Problem. Die vergangenen Wochen hat Familie Beyer damit verbracht, das zerstörte Dach notdürftig abzusichern, um wenigstens Sturm und Regen abzuhalten. "Für die Reparaturarbeiten wird mein Urlaub dieses Jahr nicht mal annähernd reichen", sagt Silvio Beyer. Jeden Quadratmeter Dachpappe spart sich die Familie vom Munde ab. Dass sowohl Thomas als auch Silvio Beier als Handwerker arbeiten, macht zwar vieles einfacher. "Wir kennen auch viele Leute aus der Branche vor Ort." Nicht wenige, darunter Dachdecker und Zimmerleute, sind bereits gekommen, um zu helfen. Vor dem Haus ragt ein Baugerüst in die Höhe.

Zwei Drittel des gesamten Daches müssten jedoch komplett ausgewechselt werden. Das heißt, die Schiefern runter und das komplette Gebälk ersetzen. Die Versicherungssumme von etwa 10.000 Euro würde gerade mal ein Sechstel der Summe decken, die für Material und Arbeitsstunden nötig wäre, sagt Silvio Beyer. Auf Anraten der Versicherung habe die Familie nur den Wohnraum absichern lassen. "Die Police hätten wir uns sonst kaum leisten können."

Um den Beyers zu helfen, hat eine Nachbarsfamilie eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Schirmherrin ist die Stadt Jöhstadt. Wir unterstützen das", sagt Bürgermeister Olaf Oettel. "Es zeugt vom großen Zusammenhalt hier vor Ort."

Spendenzahlungen können bis 31. August auf folgendes Konto eingezahlt werden: Stadt Jöhstadt Erzgebirgssparkasse IBAN DE 88 8705 4000 3571 0003 30 BIC: WELADED1STB Verwendungszweck: Dachstuhlbrand Beyer

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