Eine Stadt im Wandel

Nach überwundenen Krisenjahren wird in Geyer verstärkt investiert. Ein Beispiel: Es sollen neue Gebäude entstehen und alte modernisiert werden. Das ist ein großes Pensum - auch für den Rat. Planungen sind dort oft ein Thema.

Geyer.

Das Stadtbild von Geyer wird sich in den nächsten Jahren weiter verändern. Die größten Projekte, die dafür sorgen sollen, sind der Neubau einer Turnhalle für den Schulsport und die Vereine sowie der Neubau eines Feuerwehrdepots. Aber auch Straßenbau, die Neugestaltung des Schulhofs und eines Außensportgeländes sowie Abrisse sind Themen, die den Stadtrat nach der Wahl am 26. Mai weiter beschäftigen werden. Geyer ist mit seinen gut 3500 Einwohnern nach überstandenen Krisenjahren ein Ort, der vermehrt in die Infrastruktur investiert und manches, das in schlechten Zeiten nicht machbar war, nachholt. Es ist ein großes Pensum, das von der Verwaltung, aber ebenso vom Rat absolviert werden muss.

Dazu gehörte in den vergangenen Jahren, dass sich das Gremium oft mit Planungen beschäftigen musste - und das wird laut Bürgermeister Harald Wendler (Die Linke) so bleiben. "Für die Turnhalle samt Schulhof und Außensportgelände kümmern wir uns gerade um die Förderung", so Wendler. Es sei kompliziert, noch unklar, woher die Zuschüsse kommen. Daher steht der Baustart noch nicht fest. Indes sollen vorbereitende Arbeiten vorangetrieben werden - etwa der Abriss eines Nebengebäudes am Schulhof 2019 erfolgen. Später wird sich eine Trockenlegung der Schule im Hofbereich anschließen, der Heizungskeller soll ebenso saniert werden.


Die Grundschule selbst, in der es erheblichen Investitionsbedarf gibt, werde in den nächsten Jahren sicher eine größere Rolle spielen. "Die Modernisierung ist ein Riesenprojekt", sagt Wendler. Zunächst müssten dafür Planungen vorangetrieben werden. Doch auch im Kleinen soll sich in der Stadt etwas tun - etwa, was Fußsteige betrifft. In Sachen Straßenbau ist aktuell ein Bereich An der Pfarrwiese an der Reihe.

"Wir müssen aufpassen, dass wir möglichst alles zum Teil mit Fördergeld finanzieren können, damit wir uns nicht übernehmen", so Wendler. Es kann auch sein, dass sich der Stadtrat später bei derart vielen Vorhaben mit einer Kreditaufnahme befassen muss. Eine solche ist möglich, da Geyer seine Schulden in großem Umfang abgebaut hat. Bis zum Jahresende sollen sie weiter auf rund 1,9 Millionen Euro sinken. Zum Vergleich: Anfang 2011 waren es noch fast 6 Millionen Euro. Allerdings fällt zurzeit eine wichtige Einnahmequelle der vergangenen Jahre weg. Der Einschlag von frischem Holz wurde angesichts der Preise auf dem Holzmarkt schon 2018 gestoppt. Zurzeit wird nur Schadholz beräumt. Daher wird der erhoffte Gewinn von mehr als 400.000 Euro pro Jahr wohl vorerst deutlich geringer ausfallen. Doch Kämmerer Steffen Küchler hatte zuletzt auf gute Steuereinnahmen verwiesen. Zudem brachte der Verkauf eines kommunalen Wohnblocks der Stadt einen Betrag von rund 1,3 Millionen Euro ein.


Diese Kandidaten treten an

CDU:

Sonja Brunner

Dirk Trommer

Ina Breitfeld

Marcus Koschnicke

Maik Deutsch

Mathias Wenzig

Ray Zieger

Günter Klaus

Die Linke:

Uwe Langer

Gabriele Goldacker

Werner Alpert

Matthias Langer

Matthias Kurtzer

Freie Wähler Bürgerforum:

Silke Groß

Aaron Schramm

Markus Stopp

Enrico Friemelt

Peter Groß

Thomas Müller

Johannes Scheithauer

Ralf Schädlich

Isabel Pienkny


Wie lebt es sich im Ort, wo drückt der Schuh? Meinungen von Einwohnern

Annelie Köhler: Ich fühle mich sehr wohl in Geyer. Für und Wider gibt es ja überall. Wenn hier etwas fehlt in der Stadt, dann betrifft das Gaststätten. Wir haben in Geyer zum Beispiel kein richtiges Café. Bis auf das Pizzastüb'l und das Huthaus an der Binge liegen alle Gaststätten außerhalb. Geyer könnte gut noch eine vertragen - im Hinblick auf Einheimische genauso wie auf Urlauber. Es wäre zum Beispiel schön, wenn der Ratskeller im Zentrum der Stadt wiederbelebt werden könnte. Und wenn es ein Café geben würde, in das man auch sonntags gehen oder dort Kuchen holen kann.

Siegfried Schüttke: Ich bin zufrieden hier in Geyer. Gerade die Vereine halten das Leben hoch - vom Erzgebirgszweigverein bis hin zu uns Bergbrüdern. Allerdings ist die Veralterung der Vereine ein Problem. Wenn wir zum Beispiel einen Arbeitseinsatz in der Binge machen, dann haben wir ein Durchschnittsalter von 70. Was in Geyer wirklich fehlt, ist eine zentrumsnahe Gaststätte. Es wäre gut, wenn sich Stadt und Stadtrat mit ihren Mitteln dafür einsetzen könnten. Denn wenn es das Huthaus nicht gäbe, sehe es schlecht aus. Es entsteht ja gerade ein schöner Platz anstelle des abgerissenen "Bayrischen Hofs". Da wäre es zum Beispiel gut, wenn es in der Nähe eine Gaststätte oder ein Café geben würde. Was die Binge betrifft, so müsste einmal umfassend mit vereinten Kräften und in Abstimmung mit den Naturschützern das Strauchwerk entfernt werden. Denn nur so bleibt sie als Wahrzeichen unserer Stadt erhalten und wächst nicht zu. (aho)

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