Eltern kämpfen für sichereren Schulweg in Thum

Zwar gibt es eine Fußgängerampel nahe der Grundschule. Doch die wird von Autos mitunter ignoriert. Zeichnet sich nach langer Vorlaufzeit die Lösung ab?

Thum.

Obwohl an der Stollberger Straße nahe der Grundschule eine Fußgängerampel steht, birgt das Überqueren der Fahrbahn für die Kinder eine Gefahr, sind sich viele Eltern sicher. Nicht ohne Grund. "Meine Tochter ist dort neulich beinahe überfahren worden, als sie bei grüner Fußgängerampel über die Straße lief", sagt Frank Schubert. Das Kind sei völlig aufgelöst gewesen. Als Vater gehe ihm das sehr nahe, so Schubert, der das Problem in der jüngsten Ratssitzung ansprach. Die Ampel wird nach seinem Erleben immer wieder von Autofahrern ignoriert. Das müsse nicht mal böse Absicht sein.

In der Tat befindet sich die Ampel auf einer langen, geraden Strecke und sticht optisch nicht sonderlich hervor. Die Erfahrung der Schuberts ist kein Einzelfall. Der Elternbeirat der Grundschule sieht schon länger dringenden Handlungsbedarf. Doch die Forderung nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung, der eine Unterschriftensammlung vorausgegangen war, hatte das Landratsamt bereits 2017 abgelehnt: Die Voraussetzungen für Tempo 30 seien nicht erfüllt. Daran hat sich nichts geändert, wie jetzt eine Anfrage von "Freie Presse" ergab. So liege die Schule nicht direkt an der Staatsstraße, es gebe einen Parkplatz für Hol- und Bringeverkehr und eine Ampel, erläutert ein Sprecher. Im Herbst 2018 wendete sich der Elternbeirat an Stadtverwaltung und Stadtrat. "Da haben wir die Idee mit Geschwindigkeitsanzeigetafeln eingebracht", berichtet Elternsprecherin Heike Emmrich. Der Vorstoß ist rund ein Jahr her. Für eine sofortige Anschaffung der Anzeigetafeln gab es kein grünes Licht - es sollte erst eine Verkehrsmessung erfolgen, was im Frühjahr 2019 passierte. Mittlerweile hat die Stadt an der Stollberger Straße in beide Richtungen Achtung-Schulweg-Schilder anbringen lassen. "Ein einfaches Verkehrsschild übersieht man im Schilderwald", sagt Heike Emmrich. Darum streben die Eltern weiter die Anschaffung der Geschwindigkeitsdisplays an, die mit ihren leuchtenden Ziffern und freudigem oder traurigem Smiley die Aufmerksamkeit von Autofahrern erregen. "Anderswo funktioniert so etwas. Das sollte doch auch in Thum machbar sein", so Elternvertreterin Emmrich. Die Kosten für solche Displays liegen im vierstelligen Bereich, die Gemeinde Börnichen hatte unlängst etwa 4200 Euro für den Kauf von zwei Geschwindigkeitsanzeigegeräten bezahlt. Auch der Thumer Stadtrat Matthias Feist (Bürgerliste) recherchierte kürzlich, kam zu einem ähnlichen Ergebnis. In der jüngsten Ratssitzung regte ein Bürger an, ein Crowdfunding zu starten, falls keine andere Möglichkeit besteht, das Geld aufzutreiben. Er glaubt, dass gewiss viele Eltern und Firmen bereit wären, dafür zu spenden.

"Freie Presse" fragte im Rathaus nach, ob die Stadt die Anschaffung solcher Smiley-Displays befürwortet, wie es um die Finanzierung bestellt ist und ob Crowdfunding eine Option darstellt. Die Antworten ließ Bürgermeister Michael Brändel (Bürgerliste) zunächst offen. Er teilte mit, dass das Ergebnis der Geschwindigkeitsmessung vorliegt und nun erst gemeinsam mit dem Elternbeirat und Stadtrat eine Entscheidung gefällt werden soll.

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