Elternbeiträge steigen zum Teil deutlich

Am meisten wirkt sich die Erhöhung in Crottendorf bei Krippenplätzen aus. Doch teurer wird es ab 2019 in allen Bereichen.

Crottendorf.

Eltern in Crottendorf müssen sich auf höhere Kosten für die Kinderbetreuung einstellen. Das trifft auf alle Altersgruppen zu - am gravierendsten fällt der Anstieg aber bei Krippenkindern aus. Ab 2019 kostet ein Vollzeitplatz monatlich 230 Euro und damit 43 Euro mehr als bisher. Diese und weitere Änderungen hat der Gemeinderat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen.

Demnach müssen Eltern ab Januar für einen Kindergartenplatz, der neun Stunden Betreuung pro Tag umfasst, 112 Euro und damit 9 Euro mehr als bisher bezahlen. Für einen vollen Hortplatz, der sechs Stunden Betreuung pro Tag umfasst, steigen die Ausgaben um 2 Euro auf 61 Euro. Dass dem so ist, hat etwas mit gesetzlichen Regelungen in Sachsen zu tun. Demnach sollen Elternbeiträge bei Krippen mindestens 20 und höchstens 23 Prozent der Personal- und Sachkosten ausmachen, die in den Kindereinrichtungen zuletzt angefallen sind. Im Kindergarten und Hort beträgt diese Spanne 20 bis 30 Prozent. Doch die Elternbeiträge in Crottendorf lagen in allen Bereichen teils deutlich unter dem Mindestwert. Am meisten traf dies mit 16,32 Prozent im Krippenbereich zu.

Der Rat hat daher beschlossen, alle Beiträge soweit anzuheben, dass das Minimum von 20 Prozent erfüllt wird. Vorher hatte es Beratungen im Kultur- und Sozialausschuss und eine Vorstellung im Elternrat gegeben. Derzeit besuchen 46 Kinder im Krippenalter die örtliche Kindertagesstätte, hinzu kommen zehn weitere bei zwei Tagesmüttern im Ort. Auch dort wird die Erhöhung ab 2019 greifen. Im Kindergartenbereich werden aktuell 104 Mädchen und Jungen betreut, im Hort 108.

Generell gilt, dass Elternbeiträge nur einen Teil der Finanzierung ausmachen. Den höchsten Betrag trägt die Kommune, ein kleinerer Zuschuss kommt vom Land Sachsen. Beispiel Krippenplatz: Ein solcher kostete 2017 in Crottendorf monatlich etwa 1146 Euro, wenn alle Personal- und Sachkosten berücksichtigt werden. Eltern zahlten davon 187, das Land circa 177 und die Gemeinde 782 Euro. "Die Ausgaben für die Kinderbetreuung machen etwa ein Viertel unseres Haushaltes aus", sagte Bürgermeister Sebastian Martin (parteilos).

Der jetzt beschlossenen Erhöhung liegen die Personal- und Sachkosten für das vergangene Jahr in den Kindereinrichtungen zugrunde. Allein erstere machten gut 1,2 Millionen Euro aus. Auf Entwicklungen wie Tariferhöhungen hat die Gemeinde dabei keinen Einfluss, auch nicht auf geänderte Betreuungsschlüssel. Ein weiterer Punkt: "Wir kochen in unserer Kita selbst", sagte Birgit Fiedler von der Verwaltung. Um einen günstigen Preis für das Essen anzubieten, werde es subventioniert. Die Gemeinde steuerte 2017 rund 32.300 Euro dazu bei.

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