Entsorger will Säcke nicht von Haustür abholen

An vielen Stellen im Erzgebirge sind Lkw-Fahrer durch steile, enge Straßen echt gefordert, was das fahrerische Können betrifft. Doch dass es geht, beweisen andere.

Markersbach.

Dietrich Tröger ist dafür bekannt, dass er offen sagt, was er denkt. Das aktuelle Problem der Bewohner der Bergstraße 2 bis 9 in Markersbach - und somit all seiner Nachbarn - fasst Tröger so zusammen: "Nur wegen des Unvermögens eines Lkw-Fahrers werden wir als Bewohner der Bergstraße jetzt alle bestraft? Das kann doch nicht wahr sein."

Seine Verärgerung rankt sich um die Entsorgung der Gelben Säcke. Die werden regelmäßig aller zwei Wochen von der beauftragten Firma Kreislaufwirtschaft Grübler mit Sitz in Wiesa abgeholt. Doch wie den Anwohnern der Bergstraße im Sommer dieses Jahres über den Zweckverband Abfallwirtschaft Südwestsachsen (ZAS) mitgeteilt wurde, sei es der beauftragten Entsorgungsfirma "aufgrund einer Engstelle an der Bergstraße" nun nicht mehr möglich, die Säcke direkt von den Hauseingängen abzuholen. Die Anwohner sollen - wie es auch in den Wintermonaten praktiziert werde - die Säcke zur bekannten Sammelstelle bringen. Und das bitte ab sofort und eben ganzjährig.

"Im Winter bei extrem viel Schnee sehen wir das ja ein. Aber doch nicht im Sommer. Und das nur, weil ein Fahrer mal ins Geländer reingefahren ist? Wenn er es nicht kann oder beim Rückwärtsfahren keinen Einweiser bestimmt hat, ist das doch nicht unser Problem. Auch die Landkreisentsorgung und die Männer vom Winterdienst fahren mit ihren großen Autos hier entlang. Das geht schon, wenn man will", so Tröger, der selbst über viele Jahre Gemeindewehrleiter war. Als solcher kenne er sich aus mit schwierigen Manövern.

Auf seinen eingereichten Widerspruch an den ZAS, habe er keine Antwort erhalten. Eine Mitarbeiterin des Zweckverbands hingegen teilt auf Nachfrage der "Freien Presse" mit: "Der durch Herrn Tröger beim ZAS eingereichte Widerspruch wurde taggleich an den im Auftrag der Systembetreiber tätigen Entsorger, die Kreislaufwirtschaft Grübler, zur Bearbeitung gegeben. Dazu wurde Herr Tröger mit Mail vom 31. Juli informiert." Diese Information hat Tröger, wie er sagt, allerdings nicht erhalten. Wie dem auch sei.

Gegenüber dem ZAS teilt die Firma Grübler mit: "Wie bereits mitgeteilt, gibt es vor Ort eine Engstelle, die uns eine Befahrung der Bergstraße 2 bis 9 nicht ermöglicht. Nach erfolgter kostenpflichtiger Beschädigung am Lkw sowie wegen vorhandenem Fremdeigentum sammeln wir die gelben Säcke gerne ganzjährig von der bekannten (Winter-)Sammelstelle ein. Dies tun wir auch, um künftige Sachbeschädigungen zu vermeiden. Bei einem Rückbau des Geländers würden wir eine Befahrung der Bergstraße 2 bis 9 in der Zeit vom 15. April bis 15. Oktober des Jahres vornehmen." Die Geländer sind Eigentum der Gemeinde Raschau-Markersbach und unerlässlich für die Sicherheit der Fußgänger, speziell im Winter, betont Bürgermeister Frank Tröger (Freie Wähler). Auch er wundert sich, dass das Abholen der Säcke von der Haustür nun auch in den Sommermonaten nicht mehr stattfinden soll. Noch komplizierter werde das Ganze, wenn auch Anwohner der Bergstraße in Markersbach Gelbe Tonnen erhalten. Wohin dann mit all den Kübeln?

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