Erinnerungen an vergessene Rennstrecke

Beim Bergrennen brausten einst bekannte Rennwagenfahrer durch Geyersdorf. Einer der Protagonisten war ausgerechnet ein ehemaliger Motorradpilot.

Geyersdorf.

Wenn man am Wochenende in Geyersdorf das Stadtfest "550 Jahre Stadtrecht" des Ortsteiles von Annaberg-Buchholz feiert, soll auch an eine längst vergessene Rennstrecke zwischen 1974 und 1979 erinnert werden. Die Idee dazu kam dem ehemaligen Motorrad-Rennfahrer Dietmar Graupner, der vor nunmehr 60 Jahren zunächst beim MC Zschopau in der Ausweisklasse, später dann als Lizenzfahrer für Furore sorgte. Doch nach einem schweren Rennunfall 1964 musste er den Helm lange Zeit an den Nagel hängen. Anfang der 1970er-Jahre, der Rennfahrer war längst genesen, entdeckte er seine Leidenschaft für Rennwagen. Er wechselte von Zschopau zum MC Annaberg, wo der heute 82-Jährige Sektionsleiter Rennsport war. Schon bald war er von der Idee getrieben, das Annaberger Bergrennen, das im Jahr 1962 schon einmal stattfand, wieder aufleben zu lassen. Da sich die Bergstrecke Geyersdorf mit den vielen Kurven für ein Rennen gut eignete, fanden sich auch schnell Fürsprecher, die sich erfolgreich auf den Weg machten, die behördlichen Genehmigungen einzuholen und damit einer Neuauflage den Weg ebneten. Einer von ihnen war Joachim Martin, der 1975 und 1976 als Rennleiter fungierte. Da dieser jedoch beruflich stark eingespannt war, übernahm Bernd Grübler bis zum sechsten und letzten Bergrennen im Jahr 1979 das Amt. 1977 hatte die Strecke ein Prädikat erhalten, das dazu berechtigte, in den Automobilklassen Meisterschaftsläufe des ADMV der DDR und in den Motorradklassen Bezirksmeisterschaftsläufe auszutragen. In Geyersdorf waren bekannte Rennwagenfahrer wie Heinz Melkus, Frieder Kramer und Helga Steudel am Start. Auch Dietmar Graupner gelang es jedes Mal, aufs Podest zu fahren. Bis heute gilt das Annaberger Bergrennen als die größte Motorsportveranstaltung im Kreis Annaberg, die es je gab: mit über 25.000 Zuschauern, die die Strecke säumten. Doch ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer wäre auch diese Veranstaltung nicht zu stemmen gewesen.

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