Erzgebirger touren über den Balkan

Drei Mildenauer fahren für einen guten Zweck in den Urlaub. Sie sammeln im Zuge der Balkan-Express-Rallye Spenden für einen Annaberger Verein.

Mildenau/Annaberg.

Zwischen Mildenau und dem österreichischen Salzburg liegen im Normalfall etwa 430 Kilometer. Überwinden lassen sich diese in etwa fünf Stunden. Raphael Riehl (25), Tim Bäumler (26) und Johann Siegert (24) fahren ganz freiwillig einen Riesenumweg. Sie nehmen an der Balkan-Express-Rallye teil. Deren Strecke ist durch den Veranstalter, den "Superlative Adventure Club", vorgegeben. Damit ist die Strecke etwa 4000 Kilometer lang und in 13 Tagen zu absolvieren. Die drei Mildenauer haben damit eine Möglichkeit gefunden, ihre Abenteuerlust mit einem guten Zweck zu verbinden. Bedingung für die Teilnahme ist das Einsammeln von Spenden in Höhe von mindestens 500 Euro für einen gemeinnützigen Verein nach Wahl.

Dabei haben sie sich für den Verein "Anna + Sascha" aus Annaberg-Buchholz entschieden. "Auf der einen Seite können wir damit jemanden in unserer Heimat unterstützen. Auf der anderen Seite überzeugt uns das Aufgabenfeld, das sich der Verein stellt", so Johann Siegert. "Anna + Sascha" gehört ein Haus an der Buchholzer Straße. Die Mitglieder wollen dort eine Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Handicap einrichten. "Dazu sollen ein kleines Café und eine Herberge gehören", weiß Johann Siegert. Das Spenden-Minimum von 500 Euro haben die Drei bereits zusammengetragen. Das Geld gelangt direkt auf das Konto des Vereins. Nun hoffen sie, dass die Spendensumme bis zur Ankunft in Salzburg am 4. September weiter wächst.


Dann haben sie binnen 13 Tagen 14 Länder durchquert. Dazu zählen Mazedonien, Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Polen, die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich. Zurücklegen werden die Drei die Tour in einem 1999 gebauten Jeep Cherokee. Das Mindestalter des Fahrzeugs von 20 Jahren stellt eine der Bedingungen für die Teilnahme dar. Monatelang haben sie das Auto für die Fahrt präpariert. Darin steckt viel Arbeit, mit der die Hobbyschrauber unzählige Stunden verbracht haben. "Sweet Indian Maid" nennen die Erzgebirger ihren Jeep. "Das ist der Titel eines Jazzsongs, in dem der Sänger seine Liebe zu einer Cherokee-Frau besingt. Wir dachten, das passt zu uns und dem Auto", so Raphael Riehl.

Navigationssysteme dürfen während der Fahrt nicht genutzt werden. Deshalb haben sich die Mildenauer mit neuem Kartenmaterial ausgerüstet, mit dem sie die vorgegebene Strecke abfahren werden. Die einzelnen Etappenziele müssen sie mit Fotos dokumentieren. Dabei sind längst nicht nur einfache Landschaftsaufnahmen erwünscht. Die Teilnehmer der Balkan-Express-Rallye müssen auch mit den Einheimischen unterwegs in Kontakt treten. Dazu gibt es verschiedene Aufgaben, die es zu lösen und fotografisch zu dokumentieren gilt. So gestaltet sich die Rallye wie eine riesige Schnitzeljagd. Geschlafen wird in einem Zelt.

Das Gepäck hat einen sicheren Platz auf dem Dach des Wagens. Im Kofferraum befinden sich Regale, welche die jungen Leute noch mit Ersatzteilen und Werkzeug bestücken wollen. In den vergangenen Jahren haben die Drei bereits lange Touren im Auto absolviert. So waren sie vor zwei Jahren in Tallin und reisten über den Polarkreis und Norwegen wieder zurück ins Erzgebirge. 2019 führte sie ihr gemeinsamer Weg nach Schweden. Sie lieben die Unabhängigkeit, die sich ihnen unterwegs bietet. Auch deshalb freuen sie sich schon auf den Start der Balkan-Express-Rallye am 22. August. Dieser erfolgt auf dem Altmarkt in Dresden. Dann gehen 160 Teams aus ganz Europa auf die Strecke.

Wer sich über den Streckenforstschritt der Drei informieren möchte, kann das über die Mobilfunk-App "FindPinguins". Nähere Infos zur Rallye gibt es im Internet.

https://balkan.superlative-

adventure.co

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