Erzgebirger wagt Zeitreise in eine Welt ohne Handy und Internet

Im Kinderkanal sorgt gerade die Sendung "Digiclash" für Gesprächsstoff bei Jung und Alt. Während vier Senioren versuchen, sich in einer völlig digitalisierten Umgebung zurechtzufinden, wird den Jugendlichen jegliche moderne Technik vorenthalten. Ein Experiment mit erstaunlichen Erkenntnissen.

Neudorf/Köln.

Das Internet gehört für Patrick Schmidl eigentlich schon immer zu seinem Leben. Bereits vor Jahren drehte der Neudorfer Videos, die er dann bei Youtube hochlud. Facebook, Whatsapp, Instagram, Smartphones und Tablets ... mit all dem ist der 19-Jährige aufgewachsen, und sie sind auch Teil seines beruflichen Alltags. Patrick Schmidl ist Jungunternehmer im wahrsten Sinne des Wortes. Bereits mit 17 Jahren gründete er seine eigene Firma PS Media Point für Videoproduktionen und Social Media Marketing. Er gehört zu der Generation, die mit der Digitalisierung und all ihren Spielarten groß geworden ist - ein Digital Native.

Nichtsdestotrotz ist er gerade im Kinderkanal (Kika) bei einer achtteiligen Sendung zu erleben, die ihm all das untersagt. Er und drei weitere Jugendliche leben acht Tage ohne Smartphone, Internet und andere modere Technik. Ihre Kontrahenten sind vier Senioren - alle über 70 Jahre alt -die sich der Zukunft stellen. Während die Teenager auf einem Bauernhof wie zu Großmutters Zeiten leben, ziehen die Rentner in ein hochmodernes Smarthome ein, in dem die Bewohner selbst mit dem Kühlschrank die neusten Nachrichten checken können. Für beide Seiten völlig unbekannte Welten.

Doch wie kommt es, dass ausgerechnet Patrick Schmidl da mit von der Partie ist? "Ich habe auf Facebook einen Aufruf gesehen, in dem Leute gesucht wurden, die bei der Sendung dabei sein wollen", erzählt der 19-Jährige. Daraufhin habe er sich beworben und wurde schließlich genommen. Bereits im Frühjahr dieses Jahres fanden die Dreharbeiten zu "Digiclash - der Generationen-Contest" statt. Als erstes mussten die vier Jugendlichen ihre Handys abgeben. Eine völlig ungewohnte Erfahrung, wie Patrick Schmidl erklärt. Denn eigentlich ist der Erzgebirger immer erreichbar und er kann mit seinem Smartphone rund um die Uhr mit Freunden und der ganzen Welt kommunizieren. "In den ersten Tagen war es wirklich komisch." Normalerweise prüft er regelmäßig nach, ob es in der Welt und auf seinen Social-Media-Accounts etwas Neues gibt. Doch die Hosentasche, in der das Handy üblicherweise steckt, war leer. Mit der Zeit gewöhnten er und seine Mitstreiter sich aber daran. Fast entspannend sei es gewesen, mal nicht ständig am Handy zu hängen. "Als wir es dann aber wiederbekommen haben, war es trotzdem toll", so Schmidl und lacht. Stundenlang haben er und die anderen dann das Verpasste nachgelesen.

Allein der Handyentzug sei es aber nicht gewesen, der den Reiz der Sendung für den Erzgebirger ausgemacht hat. In die Welt von vor vielen Jahrzehnten einzutauchen, bedeutete schließlich auch, den Ofen vorzuheizen, bevor man ein Ei braten kann. Das warme Wasser in der Dusche reichte nur für die ersten, für die Folgenden musste es kaltes tun. Kontakt zur Außenwelt nahmen die Teenager via Wählscheibentelefon auf. Die Funktionsweise der schon fast altertümlichen Küchenwaage hätten sie bis zum Schluss nicht verstanden. Und dann gab es da ja auch noch die Wettbewerbe gegen die Senioren. Bogenschießen, Fußball, Boxen: alles analog gegen virtuell.

Vor einer Kamera zu stehen, ist für Patrick Schmidl zwar nicht völlig ungewohnt. Doch gleich mehr als eine Woche den kompletten Tag von einem Kamerateam begleitet zu werden, war für den Neudorfer dann doch eine neue Erfahrung. "Es war sehr spannend zu sehen, wie viel Arbeit und Leute nötig sind." Das Ergebnis hat er sich bereits komplett angeschaut und ist zufrieden. "Nur eins ist mir aufgefallen: Tanzen kann ich nicht", sagt er und schmunzelt. Und Kinder- beziehungsweise Jugendfernsehen sei durchaus etwas für ihn. So kann sich der Erzgebirger unter anderem vorstellen, mal als Moderator zu arbeiten.

Und wer gewinnt den Generationen-Wettstreit zwischen der virtuellen und analogen Welt? Das will Patrick Schmidl noch nicht verraten. Von den Senioren war er aber sehr begeistert. "Die haben kein Blatt vor den Mund genommen und waren wirklich fit. Wenn das bei mir in dem Alter auch noch so ist, ist alles super."


Sender setzt Schwerpunkt

"Digiclash: Der Generationen-Contest" ist der diesjährige Beitrag aus der Reihe "Der Goldene Tabaluga" zu dem Kika-Jahresschwerpunkt "Respekt für meine Rechte! - Abenteuer digital".

Die Doku-Reihe umfasst acht Folgen. Dabei lernen die Jugendlichen ohne Medien und Technik zu leben und die Senioren müssen sich als digitale Neulinge bewähren. Die ersten vier Folgen wurden bereits ausgestrahlt, können aber im Internet nachgeschaut werden.

Die Folgen fünf bis acht werden in der kommenden Woche (Montag bis Donnerstag) jeweils um 19.25 Uhr gesendet.

www.zdf.de/kinder/digiclash

www.kika.de

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