Erzgebirgische Liedertour lockt über 5000 Wanderer an

Die 9. Auflage der Veranstaltung war eine grenzübergreifende. Neun Stationen konnten zu Fuß oder Rad aufgesucht werden. Und jeder Besucher ging wohl mit einem Lied auf den Lippen nach Hause.

Bärenstein/Vejprty.

Spanische Tanzrhythmen, karibischer Reggea-Sound und klassische Volkslieder schmeichelten am Sonntag den Ohren des Publikums mitten im idyllischen Erzgebirgswald. Im böhmischen Zechengrund erklangen Klassiker des Mundartsängers Anton Günther und anderer Meister des heimischen Zungenschlags. Auch tschechische Volksmusik sorgte für Stimmung unter den erlebnishungrigen Wanderern. Die Neuauflage der einzigartigen Erzgebirgischen Liedertour hatte in der Region "Gemeinsame Mitte" Vejprty und Bärenstein Station gemacht. Bereits zum 9. Mal zelebrierten Ausflügler und Musiker gemeinsam die Devise, singend zu wandern und den Erlebnisdurst in der Natur zu stillen.

Für einen Tag lang etablierte sich nicht nur auf tschechischer Seite entlang des Grenzgewässers bei Bärenstein und Kühberg ein musischer Erlebnisboulevard. Gleich drei der insgesamt neun Stationen der 14 Kilometer langen Wander- und teils Radtour erwarteten an traditionsreicher Stätte im früheren Stadtteil Grund ihre Gäste. Dabei zeigte sich so mancher Frühaufsteher erstaunt, welch touristisches Kleinod es bei den Nachbarn zu entdecken gilt. So brachte das Fränkische Bierorchester die Gäste am Fuße des der Jägerschaft gewidmeten Hubertusfelsens mit ihrer "Don't worry, be happy"-Variante des Bobby-McFerrin-Titels gut in Schwung. Dabei zeigten sich die Musikanten aus dem fränkischen Regnitzlosau, wie ihre vier Dutzend Künstlerkollegen, als entschlossene Frühaufsteher. An ihrer Seite Erzgebirger wie Brigitte Lohr, die melodiesicher einstimmte. "Ich singe gern, gehöre zum Silberzechen-Trio, daher sind mir die Weisen allesamt bekannt", so die Hormersdorferin.


Nur unweit entfernt, am vom Denkmalpflegeverein Weipert wieder aktivierten Gedenkort Günthers-Ruh, spielten mit Frank Mäder, Thomas Baldauf und Co gestandene Akteure der Musikszene des Erzgebirges auf. Die Bärensteiner Vereinsfreunde verköstigten die Marschierenden mit Gegrilltem und extra aus Leitmeritz herangeschafften Gerstensaft. "Es ist herrlich, ich bin von dem Geschehen und dem Erinnerungsort sehr angetan", so Ursula Schubert. "Dank den Wettermachern zeigt sich die Natur zudem von ihrer schönsten Seite", ergänzte die knapp 80 Jahre alte Lauter-Bernsbacherin. Selbst für Einheimische gab es manch Kapitel Heimatgeschichte zu entdecken.

Taktvoller Sound animierte ein vor allem reiferes Laufpublikum am Illner-Gedenkstein. Musikinstrumentenmacher Robert Wallschläger ließ mit dem Bandoneon-Orchester Carlsfeld nicht nur die legendäre Rosamunde musikalisch aufleben. Oberhalb des Gedenksteins, der an den früheren Arzt der Armen von Weipert erinnert, wurde derweil zum Picknick geladen. "Familientreffen an nichtalltäglicher Stätte", so Musiklehrerin Hella Trommler, die ihre Töchter samt Enkelin aus Freiberg, Chemnitz und Hof zur Liedertour eingeladen hatte. Leckere, im Rucksack verstaute Naschereien gaben ihnen Kondition für kommende Laufabschnitte. Zu denen zählten beispielsweise auf deutscher Seite die Schutzhütten an der Torfstraße und an der Talsperre sowie jene Schutzhütte am Steinbruch. Auch zum Bergblick und Goldkämmerle auf dem Berg wurde eingeladen. Die 2019er-Auflage wurde vom Finale im gemeinsamen Zentrum von Bärenstein und Vejprty beschlossen.

In Zusammenarbeit zahlreicher Akteure, so dem Erzgebirgszweigverein Bärenstein, dem Denkmalpflegeverein Weipert und dem Sachsenforst, hatte das Team der Baldauf-Villa Marienberg um Cheforganisatorin Constanze Ulbricht in mehrmonatiger Vorbereitungsphase das Ereignis auf die Wanderwege gestellt. "Eine gelungene Veranstaltung, die erneut auf große Resonanz gestoßen ist", so die Gastgeberin. Mehr als 5000 Besucher wurden gezählt. Eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr und neuer Rekord für die Erzgebirgische Liedertour.

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