Erzgebirgischer Skibauer will Jury mit Design überzeugen

Steven Busch hat sich mit seiner Firma Mushroom Productions einen Traum erfüllt. Er dreht Imagefilme, Werbespots und stellt auch noch Skier und Snowboards her. Da die keineswegs wie von der Stange aussehen, hofft er nun auf einen Preis.

Sehma.

Eigentlich ist Steven Busch einfach ein riesen Wintersport-Fan. Das fing schon in seiner Jugend an, als er Biathlet war. Nach der aktiven Sportlerkarriere ging es für ihn auf der Piste aber etwas cooler zu, wenn man das so sagen darf. Einfach nur bergab fahren, ist ihm auf Dauer zu langweilig. Viel lieber ist er mit Gleichgesinnten abseits der Touristenwege unterwegs - spektakuläre Sprünge inklusive. Irgendwann fingen er und seine Freunde dann an, sich dabei zu filmen. Da sich kein Sponsor finden ließ, der die gesamte Gruppe mit Skiern ausstatten wollte, wurde die Idee geboren, doch einfach selbst mal ein paar Schneeschuhe zu bauen.

Doch wie macht man das eigentlich? Was die Bretter für Eigenschaften haben sollten, damit sie den eigenen Ansprüchen genügen, war klar. Auch das Design entwickelte der Erzgebirger selbst. Für den Rest holte sich Steven Busch zunächst professionelle Hilfe aus dem Vogtland von VR Spezialski. Doch auf den Pisten wurde das Mushroom- Team immer wieder auf die besonderen Skier angesprochen. So wurde aus der Idee für wenige eine Geschäftsidee für viele.

Mittlerweile gibt es bei Mushroom Productions verschiedene Ski- und Snowboardmodelle. Das Design, für das vor allem Steven Buschs Frau Vanessa verantwortlich ist, zeichnet sich durch viel Natürlichkeit und Reduzierung auf das Wesentliche aus. So auch beim neusten Modell - "Exit World", einem Freeride-Ski. "Ich versuche, in jeder Saison etwas Neues anbieten zu können", so Busch. Dabei sollen die verwendeten Materialen so regional wie möglich sein. Eine Idee, die ankommt. Immerhin hat sich Mushroom Productions beim diesjährigen Sächsischen Staatspreis für Design beworben, der Anfang November verliehen wird. Der "Exit World"-Ski aus dem Erzgebirge gehört zu den 27 Finalisten in unterschiedlichen Kategorien. Eingereicht wurden mehr als 200 Produkte. Schon allein die Nominierung sei ein großer Erfolg und gute Werbung für das Unternehmen, sagt Steven Busch. Er will zeigen, wie cool das Erzgebirge sein kann.

Doch Skier und Snowboards allein sind nicht die einzige Leidenschaft des 28-Jährigen. Seine Brötchen verdient er nach wie vor auch mit der Produktion von Image- und Werbefilmen. Und auch in diesem Bereich spielt das Land Sachsen gerade eine große Rolle. Unter dem Titel "#DraussenInSachsen: Eine Kurzfilmserie für Sachsen" ist er einer von zwölf Filmemachern, die zeigen wollen, dass Heimat kein Anachronismus ist. Das Projekt ist von der Kampagne "So geht sächsisch" ins Leben gerufen worden, für die der Erzgebirger bereits in der Vergangenen aktiv war. Steven Busch hat sich das Thema Mountainbike vorgenommen. Immerhin sei das Erzgebirge nicht nur eine Skifahr-Region, sondern auch für Mountainbiker sehr interessant. Im Zentrum seines Films, der am 17. November bei dem Filmfestival "Bergsichten" Premiere feiert, steht Bert Rollinger. Für Steven Busch eines der besten Filmprojekte bisher. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er draußen drehen konnte. Natur, Sport, Filmen und selber bauen: Es gibt Menschen, die machen ihre Hobbies zum Beruf - mit Erfolg.

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