Erzgebirgslinke wählen Kandidatin: 34-Jährige will in Bundestag

Die gebürtige Freibergerin Clara Bünger tritt im Wahlkreis 164 an. Dort will sie sich besonders für die Interessen junger Menschen einsetzen.

Schneeberg.

Mit 48 Ja- sowie einer Nein-Stimme und einer Enthaltung haben die Erzgebirgslinken am Samstag in der "Goldnen Sonne" Schneeberg mit Clara Bünger ihre Kandidatin für die in diesem Jahr anstehende Bundestagswahl bestimmt. Die 34-Jährige wird im Wahlkreis 164 (Erzgebirgskreis außer Altkreis Stollberg) antreten. Mit dem Votum von 96 Prozent der 50 Wahlberechtigten zeigte sich die in Berlin lebende Juristin sehr zufrieden. Sollte sie die Region im Parlament vertreten, möchte die gebürtige Freibergerin vor allem "Stimme der jungen Generation" im Bundestag sein. Das habe sie nicht nur in ihrer rund zehnminütigen Präsentation, sondern auch bei der Beantwortung der Fragen bekräftigt.

Bei der Erhaltung sowie dem Ausbau des Schulsystems vor Ort sollte sich ihrer Meinung nach vor allem an den Bedürfnissen der dort lebenden jungen Menschen orientiert werden. Auch für den Verbleib beziehungsweise die Neuansiedlung der beruflichen Ausbildung in den Regionen will sie sich einsetzen. Zu diesen Fragen möchte sie mit Schülern und Lehrern ins Gespräch kommen, um konkrete Erfordernisse zum Thema Bildung zu erfahren. Weitere Schwerpunkte sieht sie in der Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Marienberg und Pockau-Lengefeld für den öffentlichen Personennahverkehr sowie ein größeres Eintreten gegen Rassismus im Erzgebirge. Sie vertrete eine "progressive und solidarische Politik, die gerechte Lösungen für alle Menschen" anstrebe.

Klar positioniert hat sie sich auch zum Thema Corona-Impfung. Die Immunisierung müsste nach einem "transparenten Plan" erfolgen, auch übrig gebliebenes Serum sei genau nach Prioritätenliste zu verwenden. "Es muss einen gerechten Zugang für alle geben", fordert sie.

Clara Bünger hat in Leipzig studiert, in internationalen Kanzleien für Menschenrechte gestritten und ist seit 2018 als wissenschaftliche Mitarbeiterin einer Abgeordneten des Bundestags der Linken tätig. Ehrenamtlich engagiert sich die 34-Jährige für die internationale Bewegung Seebrücke. Diese unterstützt Kommunen, die freiwillig Geflüchtete aufnehmen. Clara Bünger ist Mutter eines vierjährigen Sohnes. Beim Erringen des Direktmandats stellt sie den Umzug ins Erzgebirge in Aussicht. Bleibe ihr dies verwehrt, strebt sie den Einzug in den Bundestag über die Landesliste an.

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11 Kommentare
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  • 5
    2
    Neouser
    23.02.2021

    Genau diese Art von Volksvertreter braucht die Region. Seit Jahren ist Frau Bünger entkoppelt von der Lebenswirklichkeit und den Problemen der Menschen, die hier im Erzgebirge leben. Den Umzug ins Erzgebirge stellt sie in Aussicht, prima, vielleicht als Zweitwohnsitz, aber laut BWahlG komischerweise nicht mal gefordert. Was die Menschen hier im Erzgebirge sicher auch sehr freuen wird, ist die Aussicht, durch Unterstützung des Flüchtlingszuzuges als freiwillige Leistung der Kommunen, schon eher Verhältnisse wie in einigen Regionen im Westteil unserer Republik zu erreichen.