Fahrendes Volk sitzt in Reichenbach fest

Das Gastspiel des Circus Laretti war ein Reinfall. Weil niemand kam, gab es nicht eine Vorstellung. Jetzt bittet der Zirkus um Hilfe und bietet dafür kleine Gastspiele an - zum Beispiel in Kindergärten.

Reichenbach.

Zirkusleute leben von der Hand in den Mund und von der Begeisterung ihres meist jungen Publikums. So gesehen ist es um den Circus Laretti sehr schlecht bestellt. Es gibt weder Einnahmen noch das Lachen der Kinder. Der Familienbetrieb hatte für die Zeit zwischen den letzten beiden November-Wochenenden seine Zelte in Reichenbach aufgeschlagen. Doch es gab keine einzige Vorstellung, das 250-Mann-Zelt blieb leer.

"Wir haben schon mal Durststrecken. Da fällt auch mal eine Vorstellung aus. Aber das haben wir noch nie erlebt. Wir können uns das nicht erklären, wir hatten unseren Auftritt wie üblich beworben", sagt Diana Schmidt, die älteste der vier Laretti-Geschwister. Fakt ist: Einmal kamen vier Besucher, einmal neun. Zu wenig, um gewinnbringend zu arbeiten. "Bei so wenigen Gästen rechnet sich das nicht. Strom und Heizung fressen die Einnahmen wieder auf. So mussten wir die Leute leider wieder nach Hause schicken", berichtet Diana Schmidt von leeren Kassen. Ohne Einnahmen fehlt nun das für die Weiterreise vom Gastspielplatz in der Nähe des Obi-Baumarkts benötigte Geld. In Zschopau und Marienberg waren die nächsten Gastspiele vorgesehen. Auf dem Platz am Obi kann der Zirkus noch eine Weile bleiben, das ist mit dem Besitzer abgesprochen. "Aber sonst fehlt es an allem. Deshalb bitten wir um Spenden, zum Beispiel Heu und Stroh für die Tiere." Auch Sprit-Geld und ein Lebensmittel-Einkauf helfen. Immerhin sind vier Familien durchzubringen. Die kleinen Kinder der Geschwister gehen in die Dittes-Grundschule. Aber auch die Tiere - ein Friese, Ponys, ein Watussi-Rind, ein Büffel und Schlangen - müssen täglich versorgt werden. "Wir haben so einen Aufruf noch nie nötig gehabt, wir haben uns immer irgendwie durchgekämpft. Aber jetzt ist es soweit. Uns ist schon gesagt worden, dann verkauft halt alles und macht etwas neues. Aber das können wir nicht. Wir können nur Zirkus", sagt Diana Schmidt.


Und dieses Können will das fahrende Volk im Kampf ums Überleben auch in die Waagschale werfen. Auftritte etwa in Kindergärten, Schulen oder auch Firmen sind sofort möglich. Der Zirkus, der vor allem im Erzgebirge und im Chemnitzer Raum gastiert, bietet das klassische Programm eines Familienunternehmens, das über die Dörfer zieht. Handstandakrobaten, Jongleure, Feuerspucker, Tierdressuren, Seiltänzer- alles gewürzt mit dem Humor von Clown Laretti.

Wer helfen möchte, wendet sich an Diana Schmidt unter Telefon 0157 70414710.

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