Faltbare Urlaubsresidenzen kommen ins Erzgebirge

Im Olbernhauer Ortsteil Oberneuschönberg geht es am Pfingstwochenende nostalgisch zu. Einige Enthusiasten haben ein Klappfix- und Alpenkreuzer-Treffen organisiert.

Olbernhau.

Der "Klappfix" genannte Faltcaravan vom Typ "Camptourist" hat den Namen der Stadt Olbernhau einst in die Welt getragen. Nun kommt er für ein Wochenende zum Klappfix-Treffen zurück. Rico Spiegelhauer und Jörg Gamisch vom Organisationsteam rechnen mit bis zu 40 Anhängern auf dem Festgelände am Alten Stellwerk im Ortsteil Oberneuschönberg.

2014 hatte am Olbernhauer Schwimmbad das erste Treffen stattgefunden. Rico Spielgehauer aus Hallbach wirkte damals schon bei der Organisation mit. Nach weiteren Veranstaltungen in Beelitz, Kulmbach, Frankfurt am Main und im Spreewald wollte er das Ganze wieder zurück an die Flöha holen. "Schließlich hat die Geschichte der Anhänger hier ihren Anfang genommen", sagt er.


Auf der Suche nach dem passenden Gelände stieß er auf das Stellwerkteam und rannte dort mit seinem Anliegen offene Türen ein. "Ich habe viele Jahre beim VEB Fahrzeugbau gearbeitet", erklärt Jörg Gamisch vom Stellwerkteam, dem Vertreter des Heimatvereins, der Kirchgemeinde und der Freiwilligen Feuerwehr Oberneuschönberg angehören. Damals wie heute ist er regelmäßig mit dem Klappfix unterwegs und reiste so bis in die Schweiz, nach Italien und Frankreich. "Für viele Familien in der DDR war das die typische Art, Urlaub zu machen", erklärt der Oberneuschönberger. Als Devisenbringer wurde der Faltcaravan auch in die Niederlande, in die Schweiz, nach Großbritannien, Frankreich, Irland und Kanada exportiert. Sogar nach Neuseeland soll es die praktische Urlaubsresidenz geschafft haben. Bis zu sechs Personen finden darin Platz. In seinem Inneren kann nicht nur geschlafen, sondern auch gekocht werden.

Für Jörg Gamisch gehört der VEB Fahrzeugbau wie Vero zum historischen Erbe Olbernhaus. Er hofft, dass sich viele ehemalige Beschäftigte des Betriebes bei dem Treffen begegnen. Bei der Veranstaltung wird Ex-Mitarbeiter Alfred Hetzel auch seine neue Chronik zum Fahrzeugbau präsentieren. Bis zu 600 Frauen und Männer haben zwischen 1959 und 1996 den Faltcaravan hergestellt.

Bei dem Treffen sind am heutigen Samstag von 11 bis 13 und 14 bis 16 Uhr unter anderem ein Vortrag und eine Ausstellung zu erleben, organisiert von ehemaligen Mitarbeitern der Herstellerfirma direkt im ehemaligen Werk, heute Lasertech, Dörfelstraße 14. Von 14 bis 20 Uhr ist die Besichtigung der aufgebauten Faltcaravans auf der Flöhawiese am "Alten Stellwerk" möglich.

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