Farbenfrohe Minis für Japan und die USA

Das Crottendorfer Unternehmen Graupner Holzminiaturen setzt verstärkt auf den Export. Messeauftritte in New York und Tokio sollen dazu beitragen. Wie auch in Deutschland gilt es, Neues zu präsentieren - etwa kleine Spindeln und Wichtelkinder.

Crottendorf.

Hellblau wird sie - die Rückwand der Szene von Christi Geburt. Wie alle Teile geht auch dieses durch die Hände von Kordula Graupner. Die Chefin ist zugleich die Expertin fürs Färben im Crottendorfer Unternehmen Graupner Holzminiaturen. Selbst an heißen Sommertagen wirft sie die Färbetrommel an, gibt die vorgesehenen Teile zur dafür selbst gemischten Farbe. Nach Weihnachten ist vor Weihnachten: Das Sortiment muss immer vorgehalten werden, auch weil Kunden wie Fachhändler zeitig ordern. Zudem steht im August ein weiterer Auftritt bei einer Fachmesse in New York bevor, wie bereits im Januar. Erst vor Kurzem hat sich die Firma zudem in Tokio präsentiert.

Neben den USA spielt Japan eine wichtige Rolle beim Export der filigranen Erzeugnisse aus Crottendorf, der zwischen 15 und 20 Prozent ausmacht. Das Geschäft soll weiter ausgebaut werden, sagt Kordula Graupner. Zuletzt sah sich daher auch Kazuyuki Nakamura aus Japan im Unternehmen um. Er pflege viele Kontakte in die Region, da er seinen Landsleuten das hiesige Kunsthandwerk näher bringen will. "In Japan wird deutsche Handwerkskunst geschätzt. In dem Land gibt es ja selbst viele traditionelle Handwerkstechniken", berichtet die Firmen-Inhaberin. Dennoch müsse man längere Zeit um das Vertrauen potenzieller Käufer werben. Kordula Graupner: "Aber wenn man Japaner als Kundschaft hat, sind sie sehr treu."

Bei dem Bestreben, diese Beziehungen weiter auszubauen, wird sie von Tochter Elisabeth Graupner unterstützt. Vor drei Jahren kehrte die heute 35-Jährige aus Berlin in die Heimat und das elterliche Unternehmen zurück. Nun sind Büro, Vertrieb und Marketing ihre Zuständigkeitsbereiche. Messeauftritte gehören ebenfalls dazu. Neben den Präsentationen im Ausland waren die Graupner Holzminiaturen 2018 etwa bei der Christmasworld in Frankfurt am Main und der Cadeaux in Leipzig vertreten. Dort geht es im Herbst ein zweites Mal hin. Es sei wichtig, Jahr für Jahr Neuigkeiten zu präsentieren, um am Markt zu bestehen. "Baumschmuck ist unser Hauptprodukt - in vielen Varianten", sagt Elisabeth Graupner. Zuletzt kamen zum Beispiel Einhörner hinzu, ebenso Wichtelkinder und Miniatur-Spindeln. Auch in anderen Bereichen setzt die Firma regelmäßig auf neue Ideen, die mit der Elterleiner Designerin Katrin Baumann umgesetzt werden. So wurden jüngst etwa die Kurbelspieldosen um weitere Exemplare ergänzt. Insgesamt umfasse das Sortiment rund 500 Artikel. Ein wichtiges Standbein beim Verkauf in Deutschland sind neben Fachhändlern verschiedene Weinachtsmärkte - wie in Annaberg-Buchholz, Schwarzenberg, Dresden, Berlin, Köln, Frankfurt am Main und Nürnberg.

15 Mitarbeiter sind heute bei den Graupner Holzminiaturen beschäftigt. Gegründet wurde das Unternehmen 1986 von Kordula und Ronald Graupner, der als Maschinenbauingenieur die Herstellungstechnik der Holzminiaturen selbst entwickelt hat. Zudem absolvierte er zusätzlich eine Ausbildung zum Holzspielzeugmachermeister. Alle Arbeitsschritte - vom angelieferten Holz bis zum filigranen fertigen Produkt - werden in der Firma selbst ausgeführt. Das geht vom Fräsen über das weitere Bearbeiten des Rohstoffs bis zum Färben und Bemalen der Holzminiaturen. Zum Schluss müssen die oft nur wenige Millimeter großen Einzelteile, die ein solches Stück ausmachen, exakt aufgeleimt werden - mit einer Pinzette und einer ruhigen Hand.

Dass die Firma nun auch das Reich von Tochter Elisabeth Graupner ist, war lange Zeit nicht absehbar. Nach ihrem Abitur studierte sie Medienwirtschaft in Mittweida, ging dann nach Berlin, wo sie jahrelang arbeitete und lebte. Ins Erzgebirge zurückgekehrt ist sie aus privaten Gründen, lebt hier nun mit ihrem Freund und Söhnchen Theo, der bald 3 Jahre alt wird. Zurzeit arbeitet sie mit ihren Eltern zudem an weiteren Plänen. Es gibt etwa die Idee, eine Werkstatt im Unternehmen einzurichten, in der Gäste selbst Holzminiaturen gestalten können. Den Online-Auftritt will Elisabeth Graupner ebenso langfristig stärken.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...