FFP2-Atemschutzmasken mit Vliesstoff aus Mildenau

Ein erzgebirgisches Unternehmen kooperiert mit einer Dresdner Firma. Ziel ist eine vollautomatische, unlimitierte Komplettlösung, die nicht nur den Bedarf in Sachsen deckt.

Mildenau/Dresden.

Der Vliesstoffhersteller Norafin aus Mildenau stellt bereits seit einigen Wochen Einweg Mund-Nase-Masken her, die auch direkt vor Ort genäht werden. Nun geht das Unternehmen einen Schritt weiter. Gemeinsam mit der Xenon Automatisierungstechnik GmbH in Dresden entwickeln die Erzgebirger gerade eine Lösung, für eine vollautomatische Fertigung von Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2. "In unserem Produktionswerk in Suzhou (China) haben wir für das Werk Dresden eine Versuchsanlage zur vollautomatischen Fertigung von FFP2-Schutzmasken bauen lassen, um die in China vorhandene Technologie zurück nach Europa zu holen", sagt Xenon-Geschäftsführer Tobias Reissmann. Bei der Produktion werden dann die Vliesstoffe aus Mildenau zum Einsatz kommen. So bündeln die beiden sächsischen Firmen ihr Wissen im Bereich Medizintechnik. Die Kooperation sei auf Initiative der Futuresax GmbH entstanden.

"Der für die Zertifizierung erforderliche Forschungsstand ist bereits sehr weit fortgeschritten, da wir im April in einen eigenen Filterprüfstand investiert haben und die Entwicklung damit täglich vorantreiben", sagt Norfafin-Geschäftsführer André Lang. Der Zeitplan sieht vor, dass noch in diesem Monat die Konstruktion der Produktionsanlage abgeschlossen wird und die Musterproduktion beginnt. Im ersten Schritt soll es die sogenannte "Nora light"-Maske geben. Sie sei für den täglichen Gebrauch gedacht. Das spezielle Design ermögliche eine einfache Aufbewahrung vor der Nutzung und sei auch für Brillenträger gut geeignet, teilt Norafin mit. Das Atmen sei zudem ohne großen Widerstand möglich.

Nach der "Nora light" ist die "Nora F" geplant, eine Corona-Virus-Pandemie-Atemschutzmasken, die von der Dekra in einem Schnelltest untersucht wird. Im dritten Schritt soll es schließlich die vollständig zertifizierte FFP2-Maske geben. Laut Zeitplan könnte das im Sommer der Fall sein. "Gerade die FFP2-Masken bieten einen hohen Schutz und können von vielen Berufsgruppen, die engen Kontakt zu Patienten und Kunden haben, genutzt werden", erklärt Gesundheitsministerin Petra Köpping. Der weltweite Mangel an Schutzausrüstung zeige, wie wichtig es ist, auch als Selbstversorger auftreten zu können.

Vorbereitet wird eine Serienproduktion. Für die beiden Geschäftsführer von Norafin und Xenon bedeutet die Kooperation auch Beitrag zu leisten, die Corona-Krise zu bewältigen. Und die sächsischen Firmen wollen nicht nur selbst herstellen. Ein Lizenzsystem für Schutzmasken ermögliche es den Partnern, ein skalierbaren Geschäftsmodell entsprechend dem weltweiten Bedarf aufzubauen. So können auch andere Unternehmen in Sachsen und anderswo Betreiber einer Maskenfertigung werden.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.