Fichtelberg: Verwirrung um die Schneehöhe

Ende der manuellen Messung ruft Kritik der Grünen hervor

Oberwiesenthal.

Die Wetterstation auf dem Fichtelberg läuft erst seit wenigen Tagen vollautomatisch, doch offenbar sorgt der Verzicht auf Personal vor Ort schon jetzt für Verwirrung, zumindest was die Schneehöhen angeht. Unter Berufung auf den Deutschen Wetterdienst (DWD) meldete die Deutsche Presseagentur am 2. Januar, dass auf dem 1215 Meter hohen Fichtelberg etwa 25 Zentimeter Schnee lägen. Die letzte offizielle Messung zu Neujahr betrug 68 Zentimeter. Doch mehr als 40 Zentimeter Schnee verschwinden nicht einfach über Nacht, und schon gar nicht bei Minusgraden, findet Grünen-Kreisvorsitzende Ulrike Kahl. Ihre Partei hatte lange für den Erhalt einer bemannten Wetterwarte gekämpft und sie sieht sich nun bestätigt. "Solche eklatanten Falschmeldungen des staatlichen Wetterdienstes sind auch ein Schlag ins Gesicht der Tourismuswirtschaft", so Kahl gestern in einer Mitteilung. Das verunsichere potenzielle Gäste. Sie kritisiert weiter, dass es mit dem Wegfall präziser Schneedichtedaten für die Wasserwirtschaft auch in Hinsicht auf Hochwasser nicht möglich sei, nachhaltiges Wassermanagement zu betreiben. Enttäuscht zeigte sich Kahl indes vom Bundestag: Auf eine im Juli 2017 eingereichte, von rund 6500 Menschen unterschriebene Petition hätten die Grünen noch keinerlei Rückmeldung erhalten.

Doch wie kam es nun zu der Meldung am 2. Januar mit 25 Zentimetern Schnee auf dem Fichtelberg? Die öffentlich zugängliche Datenbank des DWD im Internet weist für den 2. Januar für den Fichtelberg keine Schneehöhe mehr aus. Das bestätigte gestern auch ein DWD-Mitarbeiter gegenüber "Freie Presse". Auf Nachfrage erklärte die Deutsche Presseagentur, dass man den Wert am 2. Januar vom Meteorologen vom Dienst in Leipzig erhalten habe. Dabei habe es sich um eine geschätzte Zahl gehandelt. Auf einer privaten Homepage, an der ehemalige Mitarbeiter der Wetterwarte mitwirken, werden derweil weiter gemessene Schneehöhen vom Fichtelberg veröffentlicht. Für den 2. Januar sind 80 Zentimeter verzeichnet.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...