Fischaufstiegsanlage am Wasserwerk bald fertig

Trotz der Bauverzögerung hat der trockene Sommer 2019 und der milde Winter das Projekt positiv beeinflusst. Andererseits bedeutet Letzteres auch negative Auswirkungen für 2020.

Königswalde/Annaberg.

Es ist fast geschafft. Im März ist die wasserrechtliche Abnahme der neu errichteten Fischaufstiegsanlage im Pöhlbach unweit des Königswalder Ortsteils Brettmühle vorgesehen. Eigentlich sollte sie viel früher fertig sein. Dass sich die Bauzeit gegenüber dem ursprünglichen Plan erheblich verlängerte, hat vielfältige Gründe, sagt Udo Moritz, Technischer Leiter der Stadtwerke Annaberg. Dem Unternehmen gehört die Wasserkraftanlage "Wasserwerk Annaberg" in Brettmühle, an deren Wehr die Aufstiegshilfe errichtet wurde.

Seit Ende Mai 2019 arbeiten mehrere Bauunternehmen an dem nicht einfachen Projekt. Ziel ist die Herstellung der Längsdurchgängigkeit des Pöhlbaches für Fische. Besonders schwer sei der Beginn der Arbeiten mit dem Ausheben der Baugrube gewesen. Der dortige Fels hatte nicht nur eine erhebliche Mächtigkeit, er war auch sehr hart und widerstandsfähig, sagt Sascha Simm, Fachbereichsleiter Wärme- und Erzeugung bei den Stadtwerken. Daneben sei die Maßgabe gewesen, die Baugrube von Anfang an so trocken zu halten, dass es auf der einen Seite keine schädlichen Einträge in den Fluss geben kann, auf der anderen Seite ein Baufeld zur Verfügung steht, das für die erforderlichen Arbeiten trocken genug ist.

Glück hatten die Stadtwerke mit der Witterung im vergangenen Jahr als auch mit dem bisherigen Winter, der kaum eine Unterbrechung der Arbeiten erforderlich machte. Allerdings liege in der derzeitigen Witterung Gutes und Schlechtes sehr nah beieinander. "In einem normalen Jahr", so Moritz, "erzeugt die Wasserkraftanlage etwa 640.000 Kilowattstunden Strom, vorausgesetzt der Wasserabfluss ist vorhanden. Da sowohl 2018 als auch 2019 sehr warme und trockene Jahre waren und wir auch in diesem Winter eigentlich noch gar keinen richtigen Schnee hatten, sind die Aussichten, dass die Wasserkraftanlage bereits dieses Jahr wieder viel Strom erzeugen kann, eher gering." Dafür aber, werde über die neue Fischaufstiegsanlage das erforderliche ökologische Mindestwasser in gleichbleibender Menge so abgegeben, dass Fische und andere aquatische Lebewesen die vorhandene Wehrschwelle problemlos überwinden können.

Gegenwärtig arbeiten die Stadtwerke noch an der elektrischen und steuerungstechnischen Anlage. Zudem stünden über das Jahr weitere Verschönerungs- und Sicherungsarbeiten an.

Das Wasserkraftwerk existiert mit all seinen baulichen Anlagen bereits seit 1886. Mit der anstehenden wasserrechtlichen Abnahme der Fischaufstiegsanlage entspricht das Ensemble neuesten gesetzlichen Bestimmungen. Kai Aschermann, Geschäftsführer der Stadtwerke, hofft, dass nach der Abnahme eine zügige Renaturierung des Baufeldes erfolgt und sich die Natur rasch von dem Eingriff erholen wird.


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