Garten soll wachgeküsst werden

Der Dornröschenschlaf ist vorbei: Auf dem verwilderten Gelände in der Kreisstadt geht es voran. Ein Arbeitseinsatz steht bevor. Und der alte Schulgarten weckt Erinnerungen.

Annaberg-Buchholz.

Das Vorhaben, aus einem verwilderten Schulgarten einen Gemeinschaftsgarten zu gestalten, ist für die Kreisstadt einzigartig. Und Stefan Bolanz und seine Mitstreiter machen Nägel mit Köpfen - vor und hinter den Kulissen. Während das Gelände zunächst von Gestrüpp befreit wurde, haben die Macher Unterstützer gewonnen. Unter anderem haben zwei Annaberger Baumärkte Einkaufsguthaben zu gesagt. "Damit möchten wir uns eine vernünftige Grundausstattung an Werkzeug zulegen", sagt Stefan Bolanz.

Derweil weckt der Garten am Flößgraben auch Erinnerungen. Nicht nur bei all den Kindern, die dort seit Ende der 1960er-Jahre das Einmaleins des Gärtnerns gelernt haben. Einer, der es im Schulgartenunterricht unzähligen Jungen und Mädchen beibrachte, ist Bernd Wolff. Der 61-Jährige weiß, dass das Gelände von der damaligen Adam-Ries-Oberschule genutzt und Anfang der 1990er-Jahre als Schulgarten der Grundschule weitergeführt wurde. "Ständig abnehmende Schülerzahlen sowie Vandalismus erschwerten die vollständige Bewirtschaftung des Gartens", erinnert sich Wolff.

Doch bei den Schülern kam das Fach an. "Buschbohnen, Radieschen und Sommerblumen, Salat, Kräuter und Zwiebeln waren bei den Kindern gefragt", so der Lehrer. Jedoch verschlechterte sich der Zustand der Bungalows immer mehr, Einbrüche und Vandalismus häuften sich. Zudem wurde die Grundschule nach Frohnau verlegt. All das trug dazu bei, dass die Schule den Garten vor rund sieben Jahren am Flößgraben aufgab. Heute unterrichtet Bernd Wolff die Kinder im Schulgarten in der Sparte "Erntesegen" - vier bis fünf Mal pro Schuljahr im Sachkundeunterricht, das Fach Schulgarten gibt es nicht mehr. "Die Kinder, deren Großeltern in Annaberg noch einen Garten haben, kommen noch am ehesten mit dem Thema in Bezug", sagt Wolff. Das Gemeinschaftsgartenprojekt findet er gut: "Wenn es mal eine Fachfrage geben sollte, bin ich gern zur Mithilfe bereit."

Hilfe ist auch am Samstag gefragt. Dann findet ab 10 Uhr ein Arbeitseinsatz statt, bei dem noch Interessierte willkommen sind. Geplant ist: Kompost anlegen, Müll aufsammeln, Laube entkernen, ein Indianertipi aufstellen, eine Terrasse anlegen, Weidentunnel bauen und Zaun reparieren. Der Garten befindet sich am Ende des Zechensteigs in Kleinrückerswalde.

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