Gartenglück dank Bienen, "Haus-Amsel" und Ringelnatter

Seit fast fünf Jahrzehnten bewirtschaften Heidrun und Eberhard Markert einen Kleingarten in Annaberg-Buchholz auf naturnahe Weise. Möglichst viele tierische Mitbewohner sollen sich dort wohlfühlen. Deshalb darf nicht nur die Pfefferminze blühen.

Annaberg-Buchholz.

Wohin nur zuerst schauen? Im Garten von Heidrun und Eberhard Markert fällt diese Entscheidung wahrlich schwer. Kaum ein Fleckchen ist ungenutzt, es grünt, blüht und summt, wohin das Auge blickt. Mit Bedacht bewirtschaften sie ihren Kleingarten in der Anlage "Heimaterde" in Annaberg-Buchholz so, dass nicht nur der Mensch daran Freude hat. Insekten finden Hunderte verschiedene Blüten und nehmen dieses Angebot dankbar an. Es gibt mehrere kleine und große Teiche als Badestellen und Tränken für Vögel, ebenso zahlreiche Nistmöglichkeiten. Die Markerts haben in ihrem Gartenreich viele tierische Mitbewohner und erfreuen sich daran. Und sie starten damit bei der Gartenmeisterschaft der "Freien Presse" Annaberg und des RHG-Marktes in der Kreisstadt - in der Sonderkategorie "Die schönsten naturnahen Gärten".

Seit 45 Jahren bewirtschaften Heidrun und Eberhard Markert das Grundstück und achten darauf, dass sich Insekten und Co dort wohlfühlen. "Ich lasse zum Beispiel die Pfefferminze blühen - da kommen ganz viele Bienen und Hummeln", erzählt die Annabergerin. Das gleiche Bild bietet sich am blühenden Basilikum, genau wie an den großen Disteln. Natürlich dürfen auch Klassiker wie Dahlien und Gladiolen nicht fehlen, außerdem gibt es viele Stauden und eine große Fläche mit einer im Frühjahr ausgesäten Bienenmischung. Von den darin blühenden Malven will Heidrun Markert auf jeden Fall eigene Samen gewinnen. Das macht sie gern.

Dank der Teiche und Versteckmöglichkeiten im Garten kann dort auch regelmäßig die Ringelnatter beobachtet werden. "Allerdings haben wir seitdem leider keine Frösche mehr, sie macht ja Jagd darauf", sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Mann füttert sie zudem jeden Tag die Vögel. "Sie fressen vor allem sehr gern grobkörnige Haferflocken", berichtet Eberhard Markert. Besonders im Frühjahr, wenn die Kleinen ausgeschlüpft sind, sei das ein Betrieb im Garten. Einfach eine Freude, dem Gewimmel zuzusehen und dem Gezwitscher zuzuhören. So richtig viel Zeit zum Ausruhen bleibt den beiden allerdings nicht. So ein Garten macht viel Arbeit. Allein beim Unkraut jäten müsse man ständig dranbleiben, sonst sei die Pracht schnell dahin. Zudem gibt es Gewächshäuser, in denen Tomaten, Gurken und Wein wachsen. Außerdem werden Kartoffeln, Bohnen und anderes Gemüse angebaut. Brombeeren und Co dürfen ebenso wenig fehlen. Im Oktober können Markerts erfahrungsgemäß ihre Kiwis ernten, die zwar viel kleiner als die aus dem Supermarkt sind, aber herrlich schmecken würden. Der Genuss ist dank selbst gemachter Marmelade aus den Früchten lange möglich.

Die Liebe zu den Pflanzen kommt bei ihnen nicht von ungefähr. Beide waren von Beruf Gärtner, Heidrun Markert auch noch Floristin. Eine Leben ohne Garten, das könnten sie sich nicht vorstellen. Es zieht sie fast täglich in ihr grünes Reich, zudem packt ihr Sohn dort mit an. Doch Nutzer gibt es im Garten noch andere. Dafür sorgt zum Beispiel eine mit Stroh ausgepolsterte Unterkunft, die für den Igel gedacht ist. "Es ist immer wieder ein Tier drin, aber ich weiß nicht genau, welches", sagt die Rentnerin. Sie hat außerdem Hummel-Quartiere angelegt - mithilfe von umgedrehten Tontöpfen inklusive Stroh und Moos darin. Und es gibt auch Koniferen, die Vögeln Rückzugsorte bieten. Genau wie der alte und von Efeu überwucherte Apfelbaum. Da niste Jahr für Jahr die "Haus-Amsel" drin, nur manchmal plündere leider die Elster deren Nest.

Vorschläge für die Gartenmeisterschaft sind bis zum 28. September möglich - in den Kategorien Blumen/Exoten, Obst/Gemüse/Kräuter und Skurriles sowie der Sonderrubrik "Die schönsten naturnahen Gärten". Die Preisträger des Wettbewerbs werden am 12. Oktober bei einem Kartoffelfest im Annaberger RHG-Markt gekürt. red.annaberg@freiepresse.de

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