Gedenken an verunglückte Bergleute

Vor 80 Jahren ereignete sich eine Katastrophe im Ehrenfriedersdorfer Bergbau - ein Wassereinbruch kostete Menschenleben.

Ehrenfriedersdorf.

Mitglieder der Berggrabebrüderschaft Ehrenfriedersdorf, Bürgermeisterin Silke Franzl und Einwohner haben am Mittwochabend eines der schwersten Unglücke in der jahrhundertealten Geschichte des Ehrenfriedersdorfer Bergbaus gedacht. 80 Jahre ist es her, als sich in der Zinngrube am 15. August vormittags in Folge von Sprengarbeiten in 150 Metern Tiefe ein verheerender Wassereinbruch ereignete. "Der dabei angezapfte uralte und mit Wasser gefüllte Strossenbau ist nicht risskundig gewesen", betont Jan Ulbricht, zweiter Vorsitzender der Brüderschaft.

Durch den Wassereinbruch sind 25 Bergleute in der Grube eingeschlossen worden. Einige von ihnen konnten durch eigene Kraft dem Inferno entrinnen. Die Rettungsarbeiten erfolgten bis zur Erschöpfung der Rettungsmannschaften schwimmend und mittels Holzflößen. Am 16. August 1938 gegen 7 Uhr konnte der letzte der eingeschlossenen Bergleute lebend gerettet werden.

Für Fritz Seydel, Friedrich Landmann, Erich Schneider und Paul Hennig kam jedoch jede Hilfe zu spät. Erst in der Nacht zum 22. August konnten die letzten Toten geborgen werden. Die Beerdigung der vier tödlich verunglückten Bergmänner fand am 23. August statt. Sie wurden auf dem Ehrenfriedersdorfer Friedhof unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in einem gemeinsamen Grab beigesetzt. Das furchtbare Unglück, das Ehrenfriedersdorf am 15. August 1938 heimgesucht hatte, fand nicht nur in der Bergstadt eine große Anteilnahme. Zur Gedenkfeier am Mittwochabend bildeten Mitstreiter der Berggrabebrüderschaft eine Ehrenwache am gepflegten Grab der Verunglückten.

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Bläserquartett des Bergmännischen Musikvereins. Die würdige Gedenkfeier der im Jahr 1338 gegründeten Brüderschaft mit einem zünftigen Bergbier im Anschluss findet aller fünf Jahre statt. Der fast 800 Jahre alte Ehrenfriedersdorfer Zinnbergbau hat in seiner Geschichte immer wieder Opfer gefordert. Von 1552, seit entsprechende Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern zu finden sind, bis zum Ende des Bergbaus haben mehr als 150 Bergleute und Bergknappen bei Unglücksfällen ein tragisches Ende gefunden.

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