Gedenkstein eine Station bei Liedertour

Ein imposanter Findling erinnert an Dr. Franz Xaver Illner, der als Arzt einst ein Herz für die Armen hatte. Der Denkmalpflegeverein Weipert hat ihn erhalten.

Weipert/Bärenstein.

Ein besonderer Gedenkstein wird zu den Wanderstationen der 9. Erzgebirgischen Liedertour am 18. August im Gebiet um Bärenstein und Weipert (Vejprty) gehören. Er erinnert an den früher in Weipert geschätzten Landarzt Dr. Franz Xaver Illner. Der imposante Findling säumt seit 2014 den Wanderweg entlang des Pöhlbaches. Vorher hatte die kleine Gedenkstätte vor der ehemaligen Schule im Ortsteil Grund ihren Standort.

"Der grenzüberschreitend agierende Denkmalpflegeverein Weipert hat sich für den Erhalt des Ehrenmals eingesetzt, das viele Jahrzehnte dem Zahn der Zeit preisgegeben war. Auch ging die einstige Informationstafel verloren", sagt Uwe Schulze, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft. Auf Initiative des Vereins sei der Stein vom einstigen, jetzt in Privatbesitz befindlichen Grundstück an den jetzigen Standort gebracht sowie das Bildnis und die nachgefertigte Erinnerungstafel wieder angebracht worden. 2015 wurde alles eingeweiht. "Einst hatte hier der Musik-Pavillon des Gasthauses Grundmühle, das auf der gegenüberliegenden Seite des Weges seine Tore öffnete, seinen Platz."


Franz Xaver Illner wurde 1855 in Schatzlar im Riesengebirge geboren und kam 1887 in die Grenzstadt. In die Chronik ist der Mediziner als Arzt der Armen eingegangen. "Es ist überliefert, dass der Doktor weniger Betuchte kostenfrei behandelte, ja Arme sogar finanziell unterstützte und Geld für Medikamente beisteuerte", berichtet Uwe Schulze. "Eine Forderung machte er indes auch bei den Ärmsten immer wieder auf: Für ein Stück Seife sei immer Geld da, Hygiene bleibe in jeder Lebenslage wichtig." Für sein karitatives Wirken wurde ihm der Titel kaiserlicher Rat verliehen, die Stadt Weipert ernannte ihn 1894 zum Ehrenbürger. Gestiftet wurde das Illner-Denkmal 1925 von den Einheimischen, nachdem Dr. Illner im Juni 1924 verstorben war. Der hatte offenbar im Wissen um seinen Gesundheitszustand noch in einer selbst gefertigten Todesanzeige gebeten, ihn ohne große Zeremonie und Auflauf in einem Reihengrab beizusetzen. "Die Trauerfeier wurde indes zu einem Bekenntnis für den Verstorbenen. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Dr. Illner in einem Ehrengrab am Hauptweg bestattet. Auch dieses Grabmal wird durch den Denkmalpflege-Verein heute wieder betreut", so Schulze.

Mit der Liedertour kehrt im Sommer 2019 wieder musikalische Heiterkeit an jenen Ausflugsstandort der Sommerfrische zurück, der 1959 endgültig abgerissen worden war. Hatten die früheren Besitzer der Grundmühle harte Schicksalsschläge ereilt, waren ohnehin nach Ende des II. Weltkriegs die Lichter der grenzüberschreitenden Geselligkeit verloschen. Entlang der Wanderstrecke werden Ausflügler auch die längst wiederbelebten Standorte "Günther Ruh" und Hubertusfelsen passieren.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...