Gefährliche Kreuzung: Helfen Blitzer dort wirklich?

Bei einem Unfall nahe Elterlein ist im Juni ein Motorradfahrer tödlich verunglückt. Um die Gefahr an der Stelle zu verringern, war schon in Vorjahren Verschiedenes verändert worden. Doch das reicht nicht, sagt ein Kritiker.

Elterlein.

Es ist kaum zu übersehen: Die Kreuzung S 258/S 222 bei Elterlein ist ein Unfallschwerpunkt. An allen Seiten weisen Schilder darauf hin, auf dem Autobahnzubringer sind es sogar zwei große Tafeln. Seit dem vergangenen Jahr stehen dort zudem zwei stationäre Blitzer unmittelbar vor dem Knotenpunkt - es gilt Tempo 70. Und doch hat sich an der Stelle Mitte Juni erneut ein schwerer Unfall ereignet, an dessen Folgen ein Motorradfahrer starb. Da kommt die Frage auf: Reicht das alles aus, um die Gefahr zu bannen?

"Auf keinen Fall", sagt Peter Groß - Fahrschullehrer aus Geyer. "An dieser Stelle muss sich etwas tun", sagt er. Das einzige, was aus seiner Sicht hilft, ist eine bauliche Veränderung. "Ein Kreisverkehr kann Abhilfe schaffen", ist Groß überzeugt. Denn der würde zwingend dazu führen, dass Fahrzeuge auf dem Autobahnzubringer S 258 ihr Tempo verringern müssen. Jetzt würden sie zwar im Falle eine Falles geblitzt. Aber einen Zusammenprall könne das nicht verhindern.

Welche Rolle die Geschwindigkeit zuletzt bei dem schweren Unfall gespielt hat, steht laut Polizei noch nicht fest. Die Ermittlungen laufen noch, teilt Sprecherin Daniela Koenig mit. Klar ist, dass der Motorradfahrer an jenem Nachmittag des 14. Juni auf dem bevorrechtigten Zubringer in Richtung Scheibenberg unterwegs war. Auf der Kreuzung mit der Geyerschen Straße prallte er mit einem Citroën-Kleinbus (Fahrer: 77) zusammen, der diese aus Richtung Elterlein in Richtung Geyer überqueren wollte. Der Aufprall geschah "mit hoher Geschwindigkeit", wie die Freiwillige Feuerwehr Elterlein nach ihrem Einsatz auf ihrer Internetseite informierte. Die Helfer müssen seit Jahren immer wieder nach Unfällen zu der Gefahrenstelle ausrücken. Beim bislang letzten erlitt der Biker schwere Verletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag. Die Beifahrerin im Auto wurde leicht verletzt. Hinzu kam Sachschaden.

Worin liegen die Gründe, dass es an der Kreuzung immer wieder solche schweren Unfälle gibt? Nach Angaben des Landratsamts ist das Tempo oft ein Thema. Beteiligte Fahrzeuge auf dem Autobahnzubringer würden häufig durch nicht angepasste Geschwindigkeit auffallen, teilt Sprecher André Beuthner mit. 2017 wurden fünf Unfälle registriert - zwei davon mit Leichtverletzten. In den drei Jahren zuvor kam es achtmal zu Zusammenstößen - dabei wurden 13 Menschen verletzt, vier davon schwer. Die zuständige Unfallkommission hat in der Vergangenheit Verschiedenes veranlasst - etwa dass das Tempolimit 70 auf großen Trägertafeln am Zubringer zu lesen ist und dass es seit 2017 die Blitzer gibt. Um deren Einfluss auf das Unfallgeschehen zu beurteilen, sei aber noch nicht genug Zeit vergangen, so Landratsamtssprecher Beuthner. Weiter heißt es: "Leider sind trotz aller Maßnahmen, die durch die Unfallkommission ergriffen werden, nie alle Unfälle zu verhindern."

Fahrschullehrer Peter Groß ist sich aber sicher, dass an dieser Stelle noch etwas getan werden kann und muss. "Wer für Sicherheit sorgen will, muss das auch tun", sagt er. Für den Bau eines Kreisverkehrs, den er favorisieren würde, wäre das Land Sachsen zuständig. Doch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr schätzt ein, dass die Kreuzung mit Linksabbiegestreifen auf der S 258 und Fahrbahnteilern auf der untergeordneten Staatsstraße 222 regelgerecht als Autobahnzubringer ausgebaut und entsprechend dem Verkehrsaufkommen ausreichend leistungsfähig ist. "Auf Grund der vorhandenen Sichtweiten wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Kreuzungsbereich auf 70 km/h beschränkt", so Sprecherin Isabel Siebert. Eine bauliche Veränderung sei daher aktuell nicht vorgesehen.

Doch gerade für diejenigen, die den Zubringer aus Richtung Elterlein überqueren wollen, ist die Sichtweite problematisch. Wirklich weit schauen können sie nicht, ob ein Auto aus Richtung Zwönitz kommt. Ist das noch zu schnell unterwegs, kann es eng werden. (mit tw)

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2Kommentare
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  • 0
    0
    aussaugerges
    06.07.2018

    Ja die Geschwindigkeiten sind einfach zu hoch.

  • 7
    2
    quatschkopf
    06.07.2018

    Der gleiche Unsinn wie auf vielen solchen Straßen der Region. Ein Kreisverkehr bremst den Verkehr immer, ein Schild mit 70 drauf wird doch meist ignoriert. Zwar fahren viele dort jetzt langsamer aber nicht aus Rücksicht auf andere sondern aus Rücksicht auf dem eigenen Geldbeutel.
    Warum Kreisverkehre so wenig eingesetzt werden ist mir ein Rätsel.



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