Gegen die Schweinerei am Straßenrand

Kaffeemaschine, Motorradbatterie, Bierdosen: Die Natur verkommt zur Müllhalde. Ein Königswalder kämpft dagegen an.

Königswalde.

Nein, ein Grüner ist Siegfried Thiele aus Königswalde nicht. Er hat nur einfach etwas gegen diese Schweinerei entlang der Straßen. Bierdosen, Zigarettenschachteln, Weinflaschen, Kaffeebecher - das sind so die üblichen Dinge, die der Königswalder zwischen seiner Heimatgemeinde und Kühberg in den Straßengräben findet. Aber auch eine Kaffeemaschine, eine Motorradbatterie und sogar einen Plastikbeutel voller Hundekot hat er schon gefunden. "Warum machen die Leute das? Warum schmeißen sie ihren Müll einfach so in die Natur?", fragt Thiele, während er wieder eine leere Bierdose und eine alte Weinflasche aufhebt und in seinen mitgebrachten Müllsack verstaut. Antworten bekommt er keine. Jedenfalls nicht von denjenigen, die die Sauerei, wie es der Königswalder bezeichnet, zu verantworten haben.

Innerhalb von nur drei Tagen hat er sechs solche Säcke à 60 Liter gefüllt. "Pro Sack habe ich immer so rund eine anderthalbe Stunde benötigt", erzählt er. Die vollen Säcke stehen noch alle bei ihm zu Hause. Nach einem Anruf von "Freie Presse" bei der Gemeindeverwaltung sagte Bürgermeister Ronny Wähner Unterstützung zu, den gesammelten Müll entsorgen zu lassen. "Da finden wir eine Lösung", so Wähner. Damit muss Thiele nicht auch noch die Kosten für die fällige Entsorgung selbst berappen.


Dass der Rentner in seiner Freizeit jetzt die Straßengräben säubert, liegt nicht daran, dass er mit seiner Freizeit nichts Besseres anzufangen weiß - ganz im Gegenteil. "Ich bin nach dem Winter mit dem Fahrrad in Richtung Kühberg gefahren. Dabei habe ich diesen ganzen Müll links und rechts liegen sehen. Wenn man mit dem Auto fährt, bekommt man das wahrscheinlich gar nicht so mit. Jedenfalls habe ich gesagt, hier muss ich etwas dagegen unternehmen", erzählt der Königswalder. Dabei weiß er natürlich, dass er allein nicht die Welt retten kann und wird. Seine Hoffnung ist es, weitere Mitstreiter zu finden, nicht nur in Königswalde, sondern auch anderswo, damit die Heimat wieder ein Stück attraktiver wird. Noch mehr aber würde es ihn freuen, wenn die Verursacher dieser Schweinerei irgendwann zur Einsicht kämen. Doch schon jetzt befürchtet Thiele ein weiteres Ausufern: "Mit dem Verbot des Verbrennens von Grünabfällen in den eigenen Gärten und der gleichzeitigen Erhöhung der Preise bei Abgabe auf den Wertstoffhöfen wird es nicht mehr lange dauern, bis die Gartenabfälle in den Wäldern oder auch Straßenrändern landen".

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