Gelenauer Oberschule trotzt erfolgreich allen Widrigkeiten

Zweimal hat der Bildungseinrichtung die Schließung gedroht. Zweimal ist diese abgewendet worden - dank des Engagements vieler. Gestern wurde die Schule nach der Sanierung offiziell eingeweiht. Dabei zeichnen sich bereits neue Herausforderungen ab.

Gelenau.

Im Mai 2005 der "Mitwirkungsentzug" des Freistaats Sachsen, der die damalige Erwin-Hartsch-Mittelschule aufgrund zu geringer Anmeldungen ohne Aufschub zum Schuljahresende schloss. Im März 2012 die Brandschutzverhütungsschau des Landkreises, die dem 100 Jahre alten Gebäude eine lange Mängelliste bescherte und damit wieder eine drohende Schließung. Dass die Gelenauer Kinder dennoch im Ort eine Oberschule besuchen können, ist dem Engagement vieler Mitwirkender zu verdanken, die unter Regie der Gemeinde und des Vereins Freie Schule "Erzgebirgsblick" erst eine Ersatzschule, später Sanierung und Umbau bewältigten. Gestern wurde die Bildungsstätte nach gut zweieinhalbjähriger Bauzeit mit rund 60 geladenen Gästen sowie einem Sommerfest für Eltern und Schüler wieder offiziell eröffnet.

3,6 Millionen Euro, davon 1,2 Millionen Euro Fördermittel des Freistaats, sind in den Bau geflossen. 30 Firmen waren daran beteiligt, das historische Schulgebäude komplett zu sanieren und modernisieren sowie den Zwischentrakt zum Anbau zu erneuern. Entstanden ist ein "Juwel in unserer Bildungslandschaft", lobte Landrat Frank Vogel (CDU) in seinem Grußwort.

Dass neben der Kindertagesstätte "Villa Kunterbunt" mit dem Hort und der vollständig sanierten Pestalozzi-Grundschule eine weiterführende Bildungsstätte in Gelenau besteht, ist nicht zuletzt Alt-Bürgermeister Reinhard Penzis zu verdanken, der sich bei der gestrigen Feier in seinem Motto "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" bestätigt fühlte: "Dazu braucht es aber auch die richtige Mannschaft und etwas Glück." Dieses war der Gemeinde Gelenau 2005 auch in Form von Ursula Morgner beschieden, die damals als Referentin im Regionalschulamt Chemnitz der Freien Schule mit zügiger Bearbeitung des Antrags und einem positiven Bescheid in nur wenigen Monaten auf den Weg half. "Was hier sowohl baulich als auch vom pädagogischen Konzept her entstanden ist, kann sich mehr als sehen lassen", lobte die gestern zu den Gästen zählende Ruheständlerin. "Von diesem umfassenden Engagement, mit dem die Einrichtung betrieben wird, kann sich manche staatliche Schule eine Scheibe abschneiden."

Obwohl das alte, neue Schulgebäude noch nicht vollständig eingerichtet ist, steht die von derzeit 207 Schülern besuchte, ursprünglich einzügig konzipierte Bildungsstätte bereits vor neuen Herausforderungen. "Unsere räumlichen Kapazitäten sind nahezu erschöpft. Dennoch verzeichnen wir stetig steigende Schülerzahlen", legte die pädagogische Schulleiterin Gundula Conrad dar. Perspektivisch wird in Gelenau also erneut gebaut werden müssen.

Zum Tag der offenen Tür haben heute von 10 bis 16 Uhr alle Interessenten Gelegenheit, die Freie Schule "Erzgebirgsblick" in Gelenau zu besichtigen.


Auch "Uhiessche" fühlen sich aufgrund des familiären Charakters wohl

Peter Heymann, Drebach: Meine Frau Ina und ich hatten uns damals gemeinsam mit unserem Sohn Paul mehrere Schulen angeschaut. Inzwischen besucht er die neunte Klasse in Gelenau. Der familiäre Charakter, den die Schule damals verströmte, hat sich weitgehend erhalten und der gute erste Eindruck nur bestätigt. Wir haben einen angenehmen, guten Kontakt zu den Lehrern. Sowohl wir als auch unser Sohn fühlen uns auch als "Uhiessche" hier wohl, denn auch das Umfeld stimmt und die Eltern können sich mit einbringen.

Grit Richter, Gelenau: Meine Töchter Annika, achte Klasse, und Henriette, sechste Klasse, lernen genau in der Schule, die ich auch besucht habe. Das Hauptkriterium war, dass die Schule nicht weit weg, also im Dorf sein sollte. Ich finde sehr gut, dass hier Wert auf Höflichkeit und Ordnung gelegt wird und dass unsere erzgebirgische Mundart gepflegt wird.

Anja und Mario Fugmann, Gelenau: Nele besucht die sechste Klasse und ihre Schwester Jule möchte auch hierher wechseln. Die Schule ist im Ort, die Mädels müssen nicht erst weit fahren.

Rosi Schumann, Dittersdorf: Ich bin richtig zufrieden mit der Freien Schule. Meine drei Kinder Miriam (Klasse 6), Janosch (Klasse 7) und Nathalie (Klasse 8) fühlen sich hier sehr wohl. Sehr gut finde ich, dass Schüler, denen das Lernen nicht so leicht fällt, nicht allein gelassen werden. Die Lehrer gehen auf sie zu. Ganz groß ist auch die Heimatverbundenheit, die von den Lehrern vorgelebt wird.

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