Geschichte eines Turms

Vor 25 Jahren wurde der Aussichtsturm auf dem Scheibenberg eingeweiht. Ein Grund zum Feiern und zum Zurückblicken.

Scheibenberg.

Wenn man auf den Scheibenberg kommt, scheint es fast so, als stünde der Aussichtsturm schon immer da. Er gehört einfach dazu, dieses knapp 30 Meter hohe Gebäude, das so viel mehr ist als nur ein Turm. Eine Krone für den Berg, eine Chance, den Blick über das Tal und Region schweifen zu lassen, eine Möglichkeit der Verortung, des Staunens, des Aufstiegs.

Am 4. Juni 1994 - vor 25 Jahren - wurde der Scheibenberger Aussichtsturm eröffnet. Ein Vierteljahrhundert ist das nun schon her und dennoch reicht die Geschichte viel weiter zurück. 1891 wurde der Königin-Carola-Turm eingeweiht. Gemauert aus Basalt, ragte er 26 Meter in die Höhe. Die Jahre vergingen und mit ihnen verfiel der Turm immer mehr. 1971 wurde er schließlich gesprengt. Was blieb, war die Erinnerung und der Wunsch, eines Tages wieder einen Turm auf dem Berg zu haben. Im November 1993 war es so weit. Der Grundstein für den neuen Turm wurde gelegt. Riesige Stützpfeiler, insgesamt gibt es acht davon, wurden die Bergstraße hinaufgebracht. Das Gebäude wuchs in die Höhe und übertrumpfte am Ende sogar seinen Vorgänger um einige Meter. Viele Bürger der Stadt spendeten, um den Traum des Wiederaufbaus möglich zu machen. Und dann kam der Juni 1994 und der Turm war eröffnet.


Das Besondere am Scheibenberger Aussichtsturm ist nicht nur seine Geschichte, sondern auch der Fakt, dass die Gäste persönlich begrüßt werden. Von Beginn an übernahm der Erzgebirgszweigverein der Stadt die Betreibung. Dafür gibt es auch ein Turmstübl, in dem die Eintrittskarten, Souvenirs, Kaffee. Kuchen, Eis und vieles mehr verkauft werden. An sieben Tagen die Woche, das Jahr über ist der Turm in der Zeit von 11 bis 17 Uhr besetzt. Heiligabend ist der einzige Schließtag. Vier Mitarbeiterinnen und viele Ehrenamtliche sind die guten Seelen des Turms. Von Anfang an dabei ist Carola Wilde. "Ich feiere in diesem Jahr mit dem Turm Silberhochzeit", scherzt sie und betont, dass es alle mit viel Herzblut machen. Je nach Jahreszeit und Wetter strömen Hunderte - manchmal sogar mehr als 1000 - Besucher auf den Berg und auf den Turm. Der älteste Gast, der sich bisher die 132 Stufen bis zur Aussichtsplattform hoch gewagt hat, sei 92 Jahre alt gewesen. Der ein oder andere Prominente sei auch schon da gewesen. Seit einiger Zeit sind zudem Hochzeiten im und auf dem Aussichtsturm möglich.

Im Vorfeld des Jubiläums erhielt das Innere des Turmes kürzlich auch einen neuen Anstrich, zudem wurden die Handläufe frisch aufbereitet. Gefeiert wird am Samstag, 15 Juni. Neben freiem Eintritt sind weitere Attraktionen geplant (siehe Kasten). Zum Schluss noch die Frage, wie oft die Turm-Mitarbeiter eigentlich selbst hinaufsteigen? Antwort: Immer dann, wenn der Turm und die Plattform gefegt werden. Das passiert einmal in der Woche. Die Damen des Erzgebirgszweigvereins dürften damit den Rekord halten -auch wenn sie sich bei dieser Arbeit abwechseln.


Festprogramm

Das Aussichtsturm-Jubiläum in Scheibenberg wird an diesem Samstag mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

Von 11 bis 17 Uhr kann der Turm besichtigt werden. An diesem Tag wird auch kein Eintritt verlangt. Normalerweise kostet dieser für Erwachsene 2 Euro, für Kinder von 6 bis 16 Jahre 50 Cent. Bei Gruppen ab acht Personen sinkt der Eintrittspreis pro Person.

Gutta Kestner und Bernd Richter werden ab 11 Uhr Lieder und Verse vortragen. Ab 12 Uhr ist Basteln und Kinderschminken geplant.

Der Musiker Jörg Heinicke kommt 13 Uhr auf den Scheibenberg und wird die Besucher mit Erzgebirgsmusik unterhalten. Ponyreiten beginnt um 14 Uhr.

Eine Stunde später steht dann am Tag der offenen Tür für Besucher Steine und Mineralien entdecken auf dem Programm.

Geöffnet ist der Turm auf dem Scheibenberg für Besucher ansonsten von 11 bis 17 Uhr.

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