Gestohlenes Auto rast in Gegenverkehr

Ein Feuerwehrmann ist gestern bei einem schweren Unfall auf der Sehmatalstraße schwer verletzt worden. Nach intensiver Suche nach dem Unfallverursacher wurde die Polizei am Nachmittag fündig.

Frohnau.

Eine Sperrscheibe an der Zschopautalkreuzung verwehrt Autofahrern den Weg Richtung Frohnau, ein Polizeihubschrauber kreist über der Stadt: Ein schwerer Unfall mit einem gestohlenen Auto hat gestern in Annaberg-Buchholz zur Suche nach dem Verursacher und einer weiteren Person geführt. Diese ließen einen Schwerverletzten und zwei völlig zerstörte Pkw zurück.

Doch von vorn: Gegen 6.45 Uhr geriet ein schwarzer Renault, der in Richtung Frohnau fuhr, in einer Kurve in den Gegenverkehr, wo das Auto in einen blauen VW raste. Dessen 35 Jahre alter Fahrer wurde durch die Wucht des Zusammenstoßes in seinem Wagen eingeklemmt. Unfassbar: Der Unfallverursacher und eine weitere Person machten sich aus dem Staub, ließen den Schwerverletzten zurück. "Beide Insassen des Renault hatten sich von der Unfallstelle zu Fuß in unbekannte Richtung entfernt", schilderte Polizeisprecher Andrzej Rydzik.

Wohl aus gutem Grund: Bei der Unfallaufnahme stellte sich heraus, dass der Renault als gestohlen gemeldet war. Am Dienstag hatten Unbekannte am Bahnhofsplatz der Kreisstadt aus einem unverschlossenen Büro eine Handtasche, Bargeld und einen Autoschlüssel gestohlen - anschließend fuhren sie offenbar mit dem in der Nähe auf einem Parkplatz abgestellten Renault davon.

Für die Feuerwehrleute, die gestern zum Unfallort gerufen wurden, war es nicht nur wegen dem notwendigen Abschneiden des Daches des beteiligten VW keine einfache Sache. "Der Einsatz war für unsere Kameraden nicht leicht, da es sich bei dem Eingeklemmten um einen Angehörigen einer Nachbarwehr handelte", sagte Einsatzleiter Peter Pollmer von der Feuerwehr Frohnau. Der 35-Jährige wurde aufgrund seiner schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Die Polizei startete eine intensive Suche nach den zwei Insassen des ebenfalls stark lädierten schwarzen Renaults. Dabei kamen auch ein Hubschrauber und ein Fährtenhund zum Einsatz. Gegen 16.45 Uhr wurden der 35-jährige Unfallverursacher, ein Annaberg-Buchholzer, sowie die 25-jährige Beifahrerin in der Kreisstadt vorläufig festgenommen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft soll der Mann heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

Nach Angaben der Polizei beträgt der bei dem Unfall entstandene Sachschaden mehr als 20.000 Euro. Die Vollsperrung der Sehmatalstraße wurde erst gegen 10.45 Uhr wieder aufgehoben. (mit jeuh/tw)

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