Gewerkschaftsaktion bei Handtmann in Frohnau

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Die Tarifverhandlungen gehen aus Sicht der IG Metall nicht voran. Also will sie den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Zum Auftakt gab es eine Aktion vor der Handtmann Leichtmetallgießerei.

Frohnau.

Mitarbeiter der Handtmann Leichtmetallgießerei in Frohnau sind am gestrigen Montagmorgen auf dem Weg zur Frühschicht von Mitgliedern der Industriegewerkschaft (IG) Metall begrüßt worden. Das erzgebirgische Unternehmen ist ein Standort, an dem die IG Metall auf das Ende der Friedenspflicht aufmerksam machen wollte. "Als letztes Warnzeichen an die Arbeitgeber", sagte Gewerkschaftssekretär Florian Hartmann.

Denn die Arbeitgeber haben laut Hartmann in drei Verhandlungsrunden kein konkretes Angebot präsentier:. "Deshalb stehen wir vor einer Eskalation." Warnstreiks seien wohl unausweichlich. Über all das sollten am Montagmorgen auch die Arbeiter in Frohnau informiert werden. "Wir haben neben Brotdosen Flugblätter verteilt, eines zu den Tarifverhandlungen und eines speziell zum Thema leistungsgerechte Bezahlung bei Handtmann", berichtete Betriebsratschef Tobias Günther. Erst im November hatten sich die IG Metall und das Unternehmen Handtmann für die Leichtmetallgießerei in Frohnau auf einen Tarifvertrag verständigt. "Da ging es um ein Sparpaket, jetzt um Leistungszulage und Leistungsentgelt, das zieht sich schon seit Jahren hin", erklärte Günther. Der Arbeitgeber wolle den Lohn im Durchschnitt um 6,5 Prozent senken. "Dem haben wir als Betriebsrat natürlich nicht zugestimmt. Also geht der Streit weiter."

Zudem gebe es in den aktuellen Tarifverhandlungen auf sächsischer und bundesweiter Ebene keine Bewegung. "Dabei reden wir ja nicht nur von vier Prozent Entgeltvolumen, sondern auch von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen und der Ost-West-Angleichung", so der Betriebsratschef. Mitarbeiter äußerten die Befürchtung, die schwierige Situation durch Corona werde genutzt, die Forderungen abzuwiegeln. So wie sich die Situation derzeit darstelle, ist Günther sicher, dass es zu Arbeitskämpfen kommt: "Und wenn die Notwendigkeit besteht, werden wir ,Handtmänner' uns beteiligen."

In der Leichtmetallgießerei in Frohnau seien derzeit 350 feste und 35 Zeitarbeiter beschäftigt. Wie viele davon der IG Metall angehören, verriet Günther nicht: "Aber wir sind gewerkschaftlich gut organisiert." Werkleiter Joachim Reuter wollte sich nicht zu der Aktion der IG Metall vor den Toren der Firma äußern. "Ich kommentiere das nicht", sagte er.

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