Geyer setzt Geocachern Grenzen

Die Verstecke für die beliebte digitale Schatzsuche müssen nun genehmigt werden. Das soll dank Formularen im Internet unkompliziert möglich sein. Eine weitere Regel: Im Wald sind Gebiete fernab von Wanderwegen tabu - Wanderhütten aber nicht.

Geyer.

Das einstige Armenhaus an der Elterleiner Straße und der ehemalige Baumarkt an der Bahnhofstraße sind schon seit einiger Zeit aus dem Stadtbild von Geyer verschwunden. Doch beim Geocaching spielen sie noch immer eine Rolle. Unter dem Namen "Endlich weg" und "Endlich weg II" kann man in der Nähe der ehemaligen Standorte mithilfe von im Internet veröffentlichten geografischen Koordinaten und GPS auf eine Art Schatzsuche gehen. Das sind nur zwei Beispiele für ein Hobby, das etwa dank dem Smartphone beliebt ist - das in Geyer zuletzt aber auch für Ärger gesorgt hatte. Aus Sicht der Stadt als großem Waldbesitzer war es aus dem Ruder gelaufen. Nun greifen mit Zustimmung des Stadtrates neue Regeln. Gerade die verschiedenen Nutzungen des Waldes sollen so besser abgestimmt werden. "Das ist nur gerecht", sagt Bürgermeister Harald Wendler (Die Linke).

Für Geocacher bedeutet das, dass sie ihre Verstecke auf Geyerscher Flur nun auf kurzem Weg kostenlos genehmigen lassen müssen. Auf der Internetseite der Stadt wurde ein eigener Punkt "Geocaching in Geyer" eingerichtet. Dokumente können heruntergeladen werden, es gibt eine konkrete Ansprechpartnerin - Katja Klaus, die Leiterin der Touristinformation. Weitere Vorgaben: Die Verstecke sollen entlang der farbig markierten Hauptwanderwege gelegt werden, eventuell mit eingefügten Zwischenpunkten. Auch Finnhütten, Sitzgruppen und Wegweiser - ausgenommen die Jagdhütte - dürfen genutzt werden, ohne diese dabei zu beschädigen. Geocaching in der Nacht soll es im Wald und in waldnahen Gebieten im Allgemeinen nicht mehr geben. Es wurde daher folgender Zeitraum festgelegt: von einer Stunde nach Sonnenaufgang bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Das ist mit Geocachern aus der Region ebenso besprochen worden wie etwa mit den Jagdpächtern.


Dass Geocacher Genehmigungen vom Eigentümer für das Verstecken einholen sollen, ist eigentlich nicht neu. Es steht auch in den Richtlinien des großen Portals www.geocaching.com, auf dem ein Großteil der Verstecke gelistet ist. Doch die Realität gerade auf Waldflächen, auf denen ein freies Betretungsrecht zum Zweck der Erholung garantiert ist, sieht oft anders aus. In Geyer hatte das und die Art und Weise, wie manche Verstecke gewählt und angebracht worden waren, dazu geführt, dass die Stadt mit Zustimmung des Rates eine Frist setzte. Bis Anfang Mai mussten alle Geocaches von kommunalen Flächen entfernt beziehungsweise deaktiviert werden. Dem wurde auch nachgekommen, bestätigt Geocacher Toni Freitag, der an den Gesprächen beteiligt war.

Das Ganze zog Reaktionen von Geocachern aus dem ganzen Bundesgebiet nach sich. "Es gab sachliche Zuschriften, aber ich bin auch beschimpft worden", sagt Bürgermeister Harald Wendler. Die Stadt konnte indes Kontakt zu einem sogenannten Reviewer aufnehmen. Diese überprüfen für das Portal www.geocaching.com, ob Vorgaben wie Genehmigungen eingehalten werden. Das sei nun abgestimmt.

Wie sind die neuen Regeln aus Sicht derjenigen, die das Hobby betreiben und Verstecke auswählen? "Natürlich ist das mit Einschränkungen verbunden. Aber es gehört schon dazu, den Eigentümer zu fragen", sagt Toni Freitag. Das Gute sei, dass es nun eine direkte Ansprechpartnerin gibt und man alles von der städtischen Internetseite herunterladen könne. Nach seiner Kenntnis sind die Genehmigungsanfragen für einen Großteil der Caches auf Geyerscher Flur schon eingereicht und bestätigt. Der gesetzten Frist sei man damals nachgekommen, auch wenn dieser Weg der Stadt vielleicht nicht glücklich gewesen sei. "Wir haben die Geocaches rausgenommen und zum Teil wieder neu gelegt", schildert der Elterleiner. Insgesamt rede man nun von etwa 60 bis 70 Verstecken im Gemarkungsgebiet Geyer, einige davon befänden sich aber auf Privatflächen. Zum großen Teil handelt es sich um sogenannte Petlinge aus Kunststoff, in denen jeweils ein Logbuch für das Eintragen liegt. Ein Blick auf das Portal www.geocaching.com zeigt, dass einige ehemalige Caches im Gebiet von Geyer noch deaktiviert sind.

Zum Vergleich: Auch der Staatsbetrieb Sachsenforst hat Regeln für das Geocaching veröffentlicht. Genehmigungen für einzelne Verstecke werden dort aber nicht verlangt. Anders sieht das beispielsweise bei Rundwegen aus solchen aus.

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