Glücksfall verhilft zum eigenen Reiterhof

Angela Schneider lebt und arbeitet seit 25 Jahren mit Pferden. Schon als Kind war das ihr Traum. Dass dieser wahr wurde, daran hat ein Gelände in Schwarzbach entscheidenden Anteil. Und ein ehemaliger Rinderstall.

Schwarzbach.

Alina Schneider konnte noch gar nicht laufen, da saß sie schon zum ersten Mal auf einem Pferd. "Eigentlich ja bereits in meinem Bauch", erzählt Angela Schneider, die ihre heute 18-jährige Tochter mit dem "Pferde-Virus" angesteckt hat, wie sie sagt. Seit 25 Jahren betreibt die studierte Landwirtin und Pferdewirtschaftsmeisterin ihren Reiterhof in Schwarzbach. Geritten sei sie bereits als Kind in ihrem Heimatort Grünstädtel, erzählt sie. "Schon damals habe ich davon geträumt, einmal selbst Pferde zu halten und Reitunterricht zu geben", sagt Angela Schneider. Der Traum wurde wahr - einer, der mit viel Arbeit verbunden ist. "Aber es ist genau das, was ich machen will", so die 48-Jährige.

Zwischen 30 und 35 Pferde leben stets auf ihrem Hof. Etwa zwei Drittel davon sind Pensionspferde, die Angela Schneider für ihre Besitzer betreut. Diese kommen dann, um Zeit mit ihren Tieren zu verbringen und das zu genießen. Auch Ausbildungspferde - in dem Fall Dressurpferde - werden gehalten, ebenso Schulpferde für den Reitunterricht. Diesen nehmen sowohl Kinder als auch Erwachsene, das ist das Hauptstandbein des Betriebes. Beim Alter gibt es keine festen Vorgaben. "Wenn Kinder es verstehen, wenn ich sage, dass sie sich festhalten sollen, dann funktioniert das", berichtet die Schwarzbacherin. Und so saßen schon Zweijährige bei ihr auf den speziellen Reitponys, die höher sind als etwa Shetland-Ponys. Reiten lernen, das gehe aber genauso im höheren Alter, solange man körperlich fit sei. Sie habe auch eine 67 Jahre alte Reit-Schülerin.

Dass sie das Gelände in Schwarzbach einst entdeckt hat, sei ein Glücksfall gewesen. "Hier gab es einen alten Rinderstall und auch noch eine Halle dazu. Diese Substanz konnten wir nutzen", erzählt sie. Die Anlagen wurden Stück für Stück saniert - neben dem Stall für die Pferde und der Reithalle gehören heute etwa zwei Reitplätze und ein Longierzirkel dazu. Bis auf eine Stundenkraft für Arbeiten im Stall bewirtschaften Angela Schneider und ihre Familie das alles allein. Ihr Mann ist berufstätig, packt aber in seiner Freizeit und an den Wochenenden mit an. "Sonst würde es nicht funktionieren", sagt sie.

Ihr Tag beginnt früh um 7 mit dem Füttern der Tiere, dann kommen die Pferde raus auf die Weiden oder die Ausläufe. Manchmal reite sie auch selbst einige Pensionspferde zur Ausbildung. Schließlich folgt der Reitunterricht über den Tag verteilt, der sich bis in den Abend hinein zieht. Danach kommen die Pferde in den Stall, werden wieder gefüttert und versorgt.

Schließlich schaut Angela Schneider noch einmal nach dem Rechten. Vor 21 Uhr ist selten Schluss, im Sommer oft später. Ist einmal Unruhe im Stall oder ein Pferd krank, dann geht sie auch nachts rüber. Das Wohnhaus ist nur ein paar Schritte entfernt. Angela Schneider empfindet das Pensum nicht als Belastung, sondern liebt das, was sie tut. Nur auf die Arbeit im Büro würde sie gern zumindest teilweise verzichten - doch diese gehört täglich dazu. Sie habe Glück, dass ihr Vati ihr dabei viel helfe.

Die Familie verlässt den Reiterhof nur selten - Urlaub gibt es nicht. Aber Tochter Alina, die als Dressurreiterin Leistungssport betreibt und im Fernstudium Sportmanagement studiert, wird natürlich zu Turnieren begleitet. "Ich will auf jeden Fall später mit Pferden arbeiten", sagt sie. Ein Leben ohne sie - undenkbar. "Die Pferde sind unser Leben."

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