Heiraten auf einer Streuobstwiese

Das Trauzimmer im Mildenauer Standesamt wird derzeit umgebaut. Mehr Licht und weniger Holzverkleidungen sind das Ziel. Paare, die sich 2020 trauen, dürfen sich freuen.

Mildenau/Großrückerswalde.

Als so richtig schön haben wohl nur sehr wenige, wenn überhaupt, das einstige Trauzimmer im Mildenauer Rathaus bezeichnet. Die Einrichtung und auch das Ambiente waren in die Jahre gekommen. 30 Jahre ist es laut Bürgermeister Andreas Mauersberger her, dass das Trauzimmer zuletzt saniert wurde. Bis jetzt.

Die Ideen, wie es nun werden soll, kommen von Designerin Katrin Baumann aus Elterlein. Sie entwickelte auch schon das Gestaltungskonzept für die Grundschule Mildenau. Ihre Entwürfe sehen vor, dass sich der Raum in ein helles und freundliches Trauzimmer verwandelt. Neue Stühle wurden bereits angeschafft. Die Holzverkleidung verschwindet, schon allein dadurch werde der Raum offener. Dieser Effekt wird verstärkt durch ein großes Bild einer Streuobstwiese, das auf eine Lichtwand aufgebracht wird. Bei dem Bild soll es sich um ein gemaltes Motiv handeln, das dann von hinten beschienen wird. Die Decke soll weitestgehend so bleiben, wie sie ist. Dafür soll der Fußboden einen speziellen Belag erhalten. Als Material schwebt der Designerin Ziegenhaar vor. Dieses sei hoch belastbar und werde in Form von Fliesen verlegt, was einen partiellen Austausch bei Bedarf erlaubt. "Es soll so nachhaltig wie möglich werden", erklärte Katrin Baumann vor dem Gemeinderat. Weiterer Vorteil eines textilen Bodenbelags ist es, dass Stöckelschuhe und harte Sohlen darauf nicht klappern.

Statt Vorhängen an den Fenstern sollen halbtransparente Gardinen mit Perlfransen angebracht werden. Auch dadurch werde Helligkeit und Leichtigkeit erzeugt. Ein neuer, speziell angefertigter Trautisch wird den alten ersetzen und das Bild abrunden. Und damit auch mit wenigen Handgriffen Musik abgespielt werden kann, ist eine Soundbar vorgesehen. In die Gestaltung wird auch der Vorraum integriert. Daran schlossen sich bisher zwei Toiletten an, die nun zu einem barrierefreien WC umgebaut werden. Eine Garderobe mit Spiegel, Bilder an der Wand und die Möglichkeit, auch einen kleinen Sektempfang zu machen, sollen zum Wohlfühlen des Brautpaares und seiner Gäste beitragen. "Bisher ähnelte der Vorraum eher einer Schleuse. Mit wenigen Mitteln soll er zum Gesamtkonzept beitragen", erklärte sie.

Die Ideen von Katrin Baumann kamen im Mildenauer Gemeinderat gut an. Die Bauarbeiten laufen bereits. Bis Ende Januar soll der Umbau abgeschlossen sein. Bereits im Februar soll die erste Hochzeit im neuen Trauzimmer stattfinden, teilte Standesbeamtin Annegret Böttcher mit. Mildenau bildet seit Anfang des Jahres mit der Nachbarkommune Großrückerswalde einen gemeinsamen Standesamtsbezirk. Bereits zu Beginn der Beratungen für diesen Zusammenschluss kam dabei der Wunsch auf, das Trauzimmer zu modernisieren.

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