Helfer hoffen auf zweite Chance für lebensfrohen kleinen Kerl

In Tierheim-Geschichten stellt "Freie Presse" Bewohner der Anlage bei Neu-Amerika vor. Heute: Mischlingshund Brutus.

Annaberg-Buchholz.

Aufgeschlossen, gut gelaunt und trotz seiner acht Jahre noch topfit: Der kleine Mischlingshund Brutus vereint eine Menge an guten Eigenschaften. "Er ist ein wirklich lieber Kerl", sagt Klaus Graupner, Leiter des Tierheims "Neu-Amerika" nahe der Kreisstadt. Und das sei bei seinem bisherigen Lebensweg keinesfalls selbstverständlich. "Brutus wurde in den vergangenen Jahren in einem Schuppen gehalten", schildert Graupner. Er sei sonst aber offenbar gut behandelt worden.

Dennoch tat der kleine Hund einer älteren Dame sehr leid. Daher nahm sie alles Weitere in die Hand, sodass das Tier schließlich ins Tierheim gebracht werden konnte, von wo aus nun ein neues Zuhause für Brutus gesucht wird. Klaus Graupner hofft sehr, dass der quirlige Vierbeiner schnell ein schönes Quartier mit Familienanschluss bekommt. "Er ist absolut unkompliziert, auch zu anderen Hunden freundlich", sagt der Tierheimleiter. Daher wäre Brutus als Anfängerhund geeignet, ebenso für Familien mit größeren Kindern. "Aber genauso für ältere Leute, die gern und regelmäßig lange spazieren gehen", so Graupner. Denn das brauche der kleine Rüde: jede Menge Auslauf. Es reiche nicht, nur einmal mit ihm um den Block zu gehen. Brutus sei wirklich lauffreudig.

Dass er nun eine zweite Chance bekommen kann, ist laut Klaus Graupner der älteren Dame zu verdanken, die sich für den Hund eingesetzt hat. Sie übernahm auch die Kosten, die etwa für die Abgabegebühr im Tierheim sowie für notwendige Impfungen, das Entwurmen und anderes anfielen. Daher wird Brutus nun seit dem 6. Juli in der Einrichtung betreut, die vom Tierschutzbund Annaberg und Umgebung betrieben wird - einem Verein. Neben solchen Beispielen wie dem Einsatz der Tierfreundin erleben die Mitstreiter um Klaus Graupner aber auch anderes. So wurde zuletzt etwa eine Hündin für eine eigentlich begrenzte Zeit in die zum Tierheim gehörige Tierpension gebracht. Sie sollte dort bis zum 18. Juni betreut werden, doch sie wurde bisher nicht abgeholt. Telefonische Kontaktversuche zur Frau, die sie gebracht hatte, waren nicht möglich. Sie habe nicht wie zugesagt ihre Nummer nachgereicht, so Graupner. Daher will er sich nun selbst in die Spur begeben, um die Angelegenheit zu klären und die Hündin dann vielleicht auch vermitteln zu können. Solange alles in der Schwebe ist, dürfe er das natürlich nicht.

Insgesamt werden im Tierheim derzeit - ohne Pension - 26 Katzen und 21 Hunde betreut. Manche davon haben ein sehr berührendes Schicksal - etwa die sechsjährige Mischlingshündin Shelby, die an einem Sportplatz aufgefunden wurde - sie war dort angebunden. Seither hat im Tierheim keiner nach ihr gefragt. Daher soll dass offenbar ausgesetzte Tier nun in ein verantwortungsvolles Zuhause vermittelt werden. Shelby sei freundlich und aufgeschlossen, komme auch mit größeren Kindern gut zurecht. Zudem liebe sie Spaziergänge und freue sich sehr über Zuwendung.

Das Tierheim "Neu-Amerika" ist unter Ruf 03733 622687 erreichbar. Dort können sich auch Menschen melden, die die Einrichtung etwa durch regelmäßige Spaziergänge mit Hunden unterstützen wollen.

www.tierheim-annaberg.de

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