Höfe bieten Ruheoasen im Adventstrubel

In Annaberg hat am Wochenende eine Veranstaltung ihre Premiere gefeiert, die etwas Ursprüngliches in die oft hektische Vorweihnachtszeit bringen sollte. Das Fazit der Mitwirkenden und Besucher fällt eindeutig aus.

ANNABERG-BUCHHOLZ.

Es sei wie im Wunderland, sagt Marlene Petras: "Du öffnest eine Tür und ahnst nicht was du dahinter entdecken kannst." Sie ist bei den Altstadtfreunden Annaberg für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und zog am Wochenende mit an den Organisationsfäden für eine Premiere der besonderen Art. Der Verein hatte erstmals die Veranstaltung "Advent in den Höfen" auf die Beine gestellt. Und die war bei den Akteuren wie bei den Besuchern gleichermaßen gut angekommen.

Entlang der Kupferstraße zeigte sich ein Teil der Altstadt von Annaberg im hektischen Adventsalltag von seiner besinnlichen Seite. Rund ein Dutzend Höfe, Ateliers und Plätze zwischen dem völlig überlaufenen Weihnachtsmarkt und der altehrwürdigen St. Annenkirche hatten ihre Pforten geöffnet. Es ging urig, teilweise geheimnisvoll und natürlich weihnachtlich zu.

Die Organisation war perfekt. Die Ausschilderungen und wegweisende Flyer hatten dafür gesorgt, dass viele Besucher schon vor Beginn der Veranstaltung neugierig auf das Angebot waren. "Wir werden uns das erst mal anschauen und wenn die ganze Sache gelingt, weiterführen", sagte Marlene Petras zu Beginn der Veranstaltung. 30 Akteure von Handwerkern über Künstler bis hin zu den Hofbesitzern waren beteiligt. Schauschmieden, Metallklöppelei, die Herstellung von Gestecken oder weihnachtliche Basteleien: Es gelang eine Brücke vom traditionellen zum innovativen Handwerk zu schlagen, und es gab zudem viele Mitmachangebote. "Es sind viele Leute hier, aber niemand trampelt einem auf die Füße herum. Solch ein Angebot setzt dieser schönen Weihnachtsstadt ein weiteres i-Tüpfelchen auf", lobte Ludger Sörensen die Veranstaltung. Und da der 52-Jährige aus Brilon im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) ein Erzgebirgsfan ist, will er sich auch im nächsten Jahr wieder in Annaberg blicken lassen.

Hochbetrieb herrschte auch im Hof und den Räumen von Steinmetzmeister Thomas Wagler. "Es ist ein schöner Versuch, weihnachtliche Traditionen in Gassen und Höfe zu verlegen", sagte er. Wagler betrachtete die ganze Angelegenheit als gelungen. "Die Idee, in jedem Hof was Interessantes zu bieten, zieht allerhand Leute und allein hier haben sich zehn verschiedene Mitwirkende niedergelassen", so der Steinmetz. In seinem Anwesen gab es unter anderem sogar Sterne aus Stein für den Christbaum. In einer kleinen Werkstatt konnten sich die jüngsten Besucher selbst als Bildhauer versuchen. Auch Jonas Schmidt hatte sich in den Räumen niedergelassen und präsentierte traditionelle Buckelbergwerke und mechanische Schwibbögen. "Ich finde das hier ganz toll. Es ist mal was völlig anderes, den Leuten abseits vom Markttrubel etwas zu bieten", so der Schönfelder. Ein buntes Adventsprogramm, Weihnachtslieder singen, allerlei Leckereien und Gaumenfreuden, liebevoll geschmückte Gassen und Höfe: "Das alles ist so schön, gemütlich und abwechslungsreich angelegt, dass man selbst das schlechte Wetter beim Rundgang vergisst", genoss Reinhard Müller aus Chemnitz mit seiner Familie das Flair.

Ein Ambiente, das freilich auch daran erinnerte, dass die Weihnachtszeit im Gebirge doch ursprünglich mehr von Besinnlichkeit als vom Trubel geprägt ist. "Insgesamt eine schöne Bescherung", wie ein alteingesessener Annaberger bemerkte. Die Mühen der rührigen Organisatoren, die zudem kräftig die Werbetrommel gerührt hatten, haben sich allemal gelohnt.

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