Initiative lässt Nachbarschaft zusammenrücken

Der Philipp-Platz in Geyer hat eine Verschönerungskur erhalten. Doch nicht von beauftragten Firmen. Bis zu 15 Familien waren in irgendeiner Form ehrenamtlich an dem Vorhaben beteiligt.

Geyer.

Es ist eine beispielgebende Initiative - dazu noch ohne finanziellen Hintergrund. Vor allem aber haben die Initiatoren damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. "Wir sind zufrieden, etwas für die Stadt geschaffen zu haben. Und durch die Arbeiten ist die Nachbarschaft wieder eng zusammengerückt", sagt Andreas Lippmann. Er gehört mit Hartmut Reulecke und weiteren emsigen Helfern zu den Initiatoren, die dem Philipp-Platz in Obergeyer zu einem hellen, attraktiven Aussehen verholfen haben. Das Besondere daran ist: Alles geschah in Eigeninitiative und ehrenamtlich. Die Stadt hat das notwendige Material zur Verfügung gestellt. Zudem hatte das Vorhaben derartige Bedeutung, dass es von den Geyerschen Stadträten "abgenickt" wurde.

"Die Stadt hat uns vertraut, sonst wäre es nicht losgegangen", macht Andreas Lippmann deutlich. Die Idee dazu war den Bingestädtern im vergangenen Jahr bei einem Bierchen in einer gemütlichen Abendrunde gekommen. Geyer hatte sich für das große Stadtjubiläum herausgeputzt. Nur eben der Philipp-Platz passte nicht mehr so recht ins Bild. Die Blautannen auf dem Areal verdeckten alles. "Der Eric Frenzel auf seinem Bild war schon kaum noch zu sehen und die Bänke waren kaputt", so der Maurer. In Abstimmung mit der Stadtverwaltung waren im November 2017 die Bäume gefällt worden. "Danach sah alles noch viel schlimmer aus", berichtet Hartmut Reulecke. Aber schnell waren weitere Mitstreiter gefunden und in einer Zusammenkunft weitere Vorhaben abgesteckt worden. Architektin Corinna Hörold hatte entsprechende Gestaltungsvorschläge erarbeitet. "Wir haben dann aus mehreren Zeichnungen eine gemacht", so Lippmann.

Ab dem Frühjahr dieses Jahres wurde es dann Ernst: Die Wurzeln der gefällten Bäume wurden entfernt. Die alten Bänke mussten weg. Alte Borde raus, neue Borde rein. Es galt, Fundamente zu setzen und es wurde tagelang gepflastert. Die aufgestellten Gabionen, sprich Steinkörbe, passen sich sehr gut ins Terrain ein. Ein Wegweiser fehlt ebenso nicht. "Als Bäume haben wir Kugelahorn gepflanzt, die passen ins Stadtbild", berichtet Hartmut Reulecke. "Bei der Trockenheit bin ich jeden Tag zehn nach fünf los - vor der Arbeit - und habe die Gewächse gegossen", ergänzt Andreas Lippmann. Der Platz hat jetzt seinen letzten Schliff erhalten. Er ist gegenüber früher nicht wieder zu erkennen und die fleißigen Helfer werden oft in der Stadt auf ihr unermüdliches Wirken angesprochen.

Vier "Stammarbeiter" waren sozusagen ständig im Einsatz. Bis zu 15 Familien waren in irgendeiner Form an dem Vorhaben beteiligt. "Und Leute, die sich nicht ehrenamtlich einbringen konnten, haben anderweitig mitgemacht, haben uns unter anderem mit Bockwurst, Pizza und Getränken versorgt", berichtet Hartmut Reulecke begeistert. Der 52-Jährige schätzt ein, dass fast 500 Stunden ehernamtlicher Arbeit bei der Umgestaltung des 623 Meter hoch gelegenen Platzes geleistet worden sind. Das Areal gibt eine gute Visitenkarte für die Bingestadt ab und eine zünftige Einweihungsfeier haben sich die engagierten Bingestädter allemal verdient.

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