Jöhstadt und der lange Weg aus der Krise

Das jetzt vom Landratsamt genehmigte Haushaltsstrukturkonzept zieht enge Grenzen. Jeder Cent muss künftig zweimal umgedreht werden. Und es verlangt noch mehr unpopuläre Entscheidungen.

Jöhstadt.

Die Grundsteuer für die Stadt Jöhstadt und ihre Ortsteile ist bereits erhöht worden, ebenso die Elternbeiträge für die Kindertagesstätten. Das aber werden nicht die einzigen unpopulären Entscheidungen bleiben, zu denen sich die Stadträte positionieren müssen. Das machte Kämmerin Katrin Ziehe zur jüngsten Sitzung des Gremiums deutlich.

Positiv an der ganzen Sache: Seit wenigen Tagen hat die Bergstadt nach 2016 wieder einen vom Landratsamt genehmigten Haushalt. Und auch das Haushaltsstrukturkonzept hat die Behörde in dem Zug bestätigt. Damit ist die große Handlungsrichtlinie bis 2022 abgesteckt. So lange braucht es, bis Jöhstadt finanziell betrachtet wieder in ruhigem Fahrwasser angekommen ist. Vorausgesetzt, man leistet sich bis dahin keine Extrawürste.

Darüber zu wachen, das ist Aufgabe der Kämmerin. Und sie muss natürlich die Stadträte über die Entwicklungen informieren. Das passiert mit dem Bericht zur Haushaltslage. Einen solchen gab es in der jüngsten Ratssitzung. Wegen der bis Anfang des Monats geltenden vorläufigen Haushaltsführung, der Kreis hat am 3. Juli den 2018er Etat genehmigt, gebe es bis jetzt nur wenige Abweichungen, so Katrin Ziehe. Sie betreffen etwa Mehrausgaben von rund 10.000 Euro beim Personal der Kindertagesstätten. Ursache: Wegen Krankheit und mehr Kindern habe man auf zusätzliches Personal von Zeitarbeitsfirmen zurückgreifen müssen. Auch seien für die Anschaffung des Digitalfunks für die Feuerwehren rund 7500 Euro mehr angelaufen. Eine Punktlandung habe die Stadt hingegen bei der Gewerbesteuer hingelegt. 970.000 Euro seien im Plan eingestellt und bislang auch geflossen. Allerdings könnten jederzeit Rückzahlungen drohen.

Laut Haushaltsplan sinke die Pro-Kopf-Verschuldung von 488 Euro zu Jahresbeginn auf 426 Euro per 31. Dezember, sagt Kämmerin Katrin Ziehe. Immer vorausgesetzt, alles laufe sprichwörtlich nach (Haushalts)Plan.

Unabhängig davon gelte es auch noch in diesem Jahr weitere Weichen zur Umsetzung des Haushaltsstrukturkonzeptes zu stellen. So müsse etwa bis Ende September entschieden werden, wie es mit den zwei Freibädern weiter gehe. Die Konzentrierung des Bauhofes sei ein weiteres Thema, das es ebenso zu klären gebe wie den angestrebten Verkauf der Abwasseranlagen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Insgesamt sieht Katrin Ziehe die Stadt auf einem guten Weg. Dazu würden auch die getätigten Verkäufe - etwa vom Ex-Kinderheim, aber auch wie jüngst beschlossen, von landwirtschaftlichen Flächen - beitragen. Für die Veräußerung des Schullandheimes werde gerade die Ausschreibung vorbereitet. Der eingeschlagene Weg müsse weiter exakt verfolgt werden, auch wenn in diesem Prozess Unvorhergesehenes passiert.

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