Junge Aktivisten rufen Erzgebirger zur Klimaschutz-Demo auf

Die Fridays-for-Future-Bewegung hat seit Kurzem auch einen Ableger in Annaberg-Buchholz. Am 24. Mai sollen 150 Menschen im Erzgebirge auf die Straße gehen. Das Ziel ist kein geringeres als die Rettung der Erde.

Annaberg-Buchholz.

Es vergeht kein Freitag, an dem Greta Thunberg nicht die weltweiten Demonstrationen für das Klima auf ihrem Instagram-Account dokumentiert. Die schwedische Klimaaktivistin, die mit ihrem Schulstreik eine ganze Bewegung begründete, postet aber nicht mehr jede Stadt, in der Schüler auf die Straße gehen, um beispielsweise für die Einhaltung der Pariser Klimaziele, den Kohleausstieg bis 2030 und eine Energieversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu kämpfen. Grund: Die Fridays-for-Future-Bewegung ist mittlerweile so groß, dass schon allein die Auflistung der Länder, in denen freitags demonstriert wird, sehr lang ist.

In Deutschland gehen Schüler, Studierende, junge Erwachsene und andere Unterstützer seit Monaten auf die Straße. Eine Art Super-Demo soll am 24. Mai kurz vor den Europawahlen stattfinden. Und an diesem Tag wird auch in Annaberg demonstriert.


Die Fridays-for-Future-Gruppe Annaberg-Buchholz gibt es seit einigen Monaten. 120 Jugendliche und junge Erwachsene engagieren sich darin. Nicht alle kommen aus Annaberg und der Umgebung. Auch beispielsweise aus Zschopau und Marienberg kommen die Mitglieder. Ronja Enold (16) und Luise Ramm (18) gehören dazu. Über die Medien haben sie und andere die Entwicklungen verfolgt, waren selbst schon bei Demonstrationen in anderen Städten dabei. Dann holten sie und ihre Mitstreiter die Bewegung ins Erzgebirge. Whatsapp-Gruppen wurden gegründet, Treffen organisiert. Am 10. Mai dann die erste Aktion auf dem Annaberger Markt. Eine Mahnwache für das Klima wurde abgehalten, Infomaterial verteilt, auf die Demo am 24. Mai hingewiesen. Schnell stießen sie auf das Interesse der Passanten.

Doch warum muss gerade im Erzgebirge, das für Natur pur steht, für das Klima demonstriert werden? "Klimaschutz ist sehr vielschichtig und beinhaltet nicht nur Naturschutz", sagt Ronja Enold. Außerdem haben die Folgen des Klimawandels Auswirkungen auf das Leben aller, auch auf die Erzgebirger. "Es ist wichtig, dass wir alle aufpassen, dass es nicht soweit kommt", betont Luise Ramm. Die Politik allein könne das nicht regeln. Jeder sei gefragt, auch im Kleinen. Und im Kleinen bedeute eben auch abseits der Großstädte.

Viel wurde in den vergangenen Monaten über die Demonstrationen diskutiert. Ein Kritikpunkt war dabei auch immer, dass die Teilnehmer gezielt die Schule schwänzen. Auch Ronja Enold und Luise Ramm blieben schon dem Unterricht fern, um zu demonstrieren- natürlich immer in Absprache mit der Schule und mit Unterstützung ihrer Eltern. Aus ihrer Sicht war es wichtig, dass es vor allem am Anfang auch um Provokation, hervorgerufen durch den Schulstreik, ging. So sei eine breite Öffentlichkeit auf die Anliegen aufmerksam geworden. Die Klimademo in Annaberg beginnt allerdings erst 14 Uhr, also dann, wenn die meisten ohnehin schulfrei haben. Los geht es an der St. Annenkirche. Von da aus wird sich der Tross -die Organisatoren hoffen auf 150 Teilnehmer - Richtung Busbahnhof bewegen. Über die Lindenstraße geht es schließlich zurück zur Kirche. Mitmachen könne jeder, der sich fürs Klima starkmachen will, egal wie alt oder jung.

Bewertung des Artikels: Ø 3.5 Sterne bei 2 Bewertungen
17Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    3
    acals
    20.05.2019

    6000 ppm im Zusammenhang mit dieser Diskussion haben den Stellenwert von Erich von Daenikens Ansagen zu Kultivierung der Erde durch Ausserirdische. Aber .. wahrscheinlich waren die vor 1 Mrd schonmal da ... hamm aber gesagt ... oh, muess mer spaeter nochmal vorbeischaun.

    Da die Tierwelt 0.5 Mrd jahre alt ist, steht zu befuerchten das das tauchsiedende Wasser vor 1 Mrd Jahren nur mirkoorganismen enthielt. Mancher nennt das ueppig, jawohl, genauso ueppig wie das Leben in einer 2 Wochen alten und offenen Milchflasche.

  • 2
    1
    Nixnuzz
    20.05.2019

    @Tauchsieder: 6000ppm - mit oder ohne Menschen?...

  • 2
    5
    Tauchsieder
    20.05.2019

    Weniger ist manchmal mehr, was für ein Pamphlet, was für ein Sammelsurium von aufgeschnappten Informationen. Die ständige Wiederholung dieser Zahlen macht es auch nicht wahrer. Ein typisches Beispiel für Klimahysterie. Ein kurzes Beispiel, warum hört der Anhänger der CO² - Hysteriker bei 420 000 Jahren und nicht mehr wie 285 ppm auf. Würde er weiter zurück gehen, käme er auf Werte die bei 6000 ppm liegen und es gab ein üppiges Leben auf dem Planeten. Das war`s in aller Kürze dazu.

  • 3
    2
    Nixnuzz
    20.05.2019

    @Maresch:Feine Arbeit! 1grüner!

  • 4
    4
    Distelblüte
    19.05.2019

    @Maresch: Danke für die ausführliche Erklärung.
    Aber in diesem Forum kommen Sie mit gut recherchierten Argumenten nicht sehr weit.
    Das hier ist "Dinos unter sich".

  • 6
    4
    Maresch
    19.05.2019

    @Tauchsieder.
    Ihnen scheint die Zukunft unserer Nachkommen ja völlig gleichgültig zu sein. So wenig Gemeinsinn und Egoismus sind bemerkenswert. Und den Unterschied zwischen Wetter und Klima sollten Sie vielleicht mal nachlesen.

    Es gab natürlich immer einen natürlichen Klimawandel in der Erdgeschichte. Der ewige Verweis darauf hat nur nichts mit der jetzigen Situation zu tun. Was wir jetzt erleben, ist nachweislich vom Menschen verursacht.

    Die "Hellseher" hatten allesamt recht! Alle vor Jahrzehnten warnenden Physiker usw. haben genau das vorausgesagt, was wir heute erleben! Selbst die Öllobby hat in einer eigenen Exxon Mobil Studie von 1982 den Klimawandel und die heutige CO2-Konzentration als Ergebnis der Verbrennung von fossilen Energieträgern fast exakt für 2019 prognostiziert!

    Ihr Verweis, dass Menschen CO2 ausatmen, ist sinnfrei, weil dieses C02 zum natürlichen Kreislauf gehört, sodass es keinerlei Relevanz hat. Im Gegensatz zur industriellen CO2-Emission durch das künstliche Verbrennen fossiler Energieträger, die nicht zum natürlichen Kreislauf gehören, sondern einem 300 Millionen Jahre alten abgeschlossenen Kreislauf entstammen.

    Jeder wesentliche (natürliche) Klimawandel hat sich in der Erdgeschichte über Jahrtausende hingezogen. Daraus resultierte immer das massenhafte Aussterben von Arten. Die Menschheit ist davor nicht gefeit!

    Der jetzige Klimawandel braucht nur ca. 200 Jahre und ist nachweislich das Resultat von C02-Molekülen, die aus der Kohle usw. stammen und den natürlichen Treibhauseffekt der Erde künstlich verstärken. CO2 hat eine Verweilzeit von ca. 100 Jahren in der Atmosphäre. D.h. in unserer Atmosphäre sind sogar noch CO2-Moleküle enthalten, die im Kaiserreich emittiert wurden und weiterhin zur Erderwärmung beitragen.

    Erklären Sie mir mal, wo das ganze CO2 hin soll, das durch die massenhafte Verbrennung von 300 Millionen Jahre alter Kohle entsteht, die das Resultat einer Zeit war, in der der atmosphärische CO2-Anteil im Durchschnitt doppelt so hoch war wie heute (teils 10mal höher), das globale Klima anfangs subtropisch war, Europa noch in Äquatornähe lag und es noch lange keine Säugetiere gab. Die Gattung Homo gibt es erst seit 3 Millionen Jahren. Uns als Homo sapiens gibt es erst seit ca. 300.000 Jahren.

    Das 300 Millionen Jahre alte CO2, welches in der Kohle gebunden ist, würde auf natürliche Weise nie in die jetzige Atmosphäre gelangen und hat im natürlichen Kreislauf der Erde auch nichts zu suchen, wäre da nicht der Mensch.

    In den letzten 420.000 Jahren sind die atmosphärischen CO2-Werte nie über 280 ppm gestiegen. Aber seit der Industrialisierung ist der Wert in diesem äußert kurzen Zeitraum von ca. 200 Jahren auf über 400 ppm gesprungen. Das ist völlig unnatürlich.

    Energie geht nicht verloren, sondern wird nur umgewandelt. Das lernen Schüler schon in der Grundstufe Physik. Wer also die Reste der Biomasse einer 300 Millionen Jahre alten subtropischen Flora verbrennt, die als CO2 speichernde Kohle umgewandelt im Boden liegt, wird unweigerlich wieder (in einer künstlich erzeugten) Warmzeit landen, mit dem Resultat des massenhaften Artensterbens, an deren Ende die Menschheit sich selbst abschaffen könnte. Der weitere Raubbau an der Natur trägt sein Übriges dazu bei.

    Wir betreiben ein Jurassic Park Experiment mit CO2-Molekülen! Die Natur wird sich sich diesbezüglich "rächen", wenn auch noch relativ zaghaft mit Dürren, massiven Starkregenereignissen und ersten Hurrikanen in Europa, weil sich die Tropen langsam aber sicher immer weiter nach Norden ausbreiten. Dabei haben wir die 1,5° C Erderwärmung noch nicht einmal erreicht.

  • 3
    5
    Nixnuzz
    19.05.2019

    Vielleicht 2 Argumente: 1.) Schulschwänzen: Soweit die wenigen journalistischen Nachfragen dazu berichten, wurde/wird der Stoff nachgeholt. Sollte eruiert werden!. 2.) was bewirken die 100.000 Schüler auf der Strasse? Klar - akut kein Gramm CO2 weniger in die Atmosphäre. Aber diese Menschen wollen in den nächsten Jahren mit den vorhandenen Resourcen nicht nur überleben. Solange die bisherige Belastung der Erdathmosphere kaum zu Veränderungen von Flora und Fauna sichtbar geführt hat, war ja alles OK und konnte bis dato fortgeführt werden. Nur sagen und berichten mehr als nur eine handvoll Wissenschaftler von massiven Beeinflussungen des Weltklimas, die bei weiterer Treibhausbelastung den Permafrost verschwinden messen mit zusätzlicher Methanentwicklung. Das Abtauen der Kappengletscher mit Meerhöhenanstieg im 1-2 cm-Breich, Veränderungen der Golf-Strom-Temperatur mit Strömungsbeeinflussung und damit nicht nur unseres Kontinental-Klimas, das unser hiesiges Wetter bis vor die Haustür massgeblich mitbestimmt. Unsere Flora und damit Lebensmittel-Produktion basiert hier auf gewohnten Klima-Strukturen, die sich nachweislich verändern. Wer sehen will tut es. Wer nix mitbekommt darf sich weiter wundern, wenn die Malaria-Mücke in seiner Vogeltränke die Eier ablegt..

  • 2
    4
    Distelblüte
    19.05.2019

    Liebes Freie-Presse-Team, es wäre wunderbar, wenn ihr demnächst einmal den Unterschied zwischen Klima und Wetter in einem Artikel deutlich macht, so dass es jeder versteht.
    Ich freue mich aufs Lesen.

  • 6
    2
    Einspruch
    19.05.2019

    Verregnete Sommer in Serie sind ebenso möglich, wer weiß das schon?
    Es gab auch schon hohe Temperaturen und CO2 Werte vor der Menschheit. Sicher ist es wichtig, den CO2 Ausstoß oder den anderer Treibhausgase zu verringern, aber nicht auf diese hysterische Art und Weise.

  • 6
    4
    Tauchsieder
    19.05.2019

    Klimawandel, na und. Gab es schon immer, wird es immer geben bist sich dieser Planet mit einem großen Knall in Staub auflöst.
    Diese "Hellseher" hier, die schon 80 Jahre im Voraus die Temperatur vorher sagen, kann man doch nicht ernst nehmen. Nicht einmal der Wetterbericht schafft dies eine Woche im Voraus.
    Und Vorsicht "Mare...", sie atmen CO² aus, halten sie die Luft an. Sie hinterlassen sonst einen klimaschädlichen Fußabdruck auf diesem Planeten.

  • 3
    6
    Maresch
    18.05.2019

    @vomdorf. Sie haben anscheinend nichts von den Ursachen verstanden und scheinen sich über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau nicht bewusst zu sein. Diese Schülergeneration wird mit den Auswirkungen der unverantwortlichen CO2-Emission zum Teil konfrontiert werden, die nächstfolgende wird diese dann massiv zu spüren bekommen. 2018 war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was da kommen wird, wenn wir es in den nächsten 10 Jahren nicht schaffen, die CO2-Emissionen drastisch zu senken.

  • 2
    4
    Distelblüte
    18.05.2019

    Mann könnte natürlich auch weiterhin dem Klimaschutz schulterzuckend fatalistisch begegnen und zugleich auf Recht und Ordnung bestehen.
    Allerdings, sollte es so kommen wie von @Maresch beschrieben, dann ist bald nichts mehr mit "Wu de Walder haamlich rauschen".

  • 6
    3
    vomdorf
    18.05.2019

    @Maresch....und wenn die jetzt freitags alle Schule schwänzen und demonstrieren kommt keine Dürre mehr?

  • 8
    2
    ralf66
    18.05.2019

    @Distelblüte, na die Demo was sonst!!!

  • 3
    4
    Maresch
    18.05.2019

    Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Dürre kommt. Und wenn irgendwann solche Dürren wie 2018 mehrmals nacheinander auftreten sollten, dann wird dies auch massive Auswirkungen auf den Waldbestand im Erzgebirge haben und die Mono-Fichtenkulturen dahinraffen.

    In Sachsen haben nur noch so circa 45 Prozent der Arten keinen Gefährdungsstatus.

  • 3
    9
    Distelblüte
    18.05.2019

    Was ist Quatsch, @Ralf?

  • 9
    4
    ralf66
    17.05.2019

    Quatsch!!!



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