Kät-Erinnerungen: Als an der Losbude ein Gurkenglas ein Gewinn war

500 Jahre Kät Brigitta Lehmann lebt längst in Hessen. Doch die Erinnerungen an die Kät-Besuche in ihrer Kindheit sind geblieben. Vor dem Eisbär-Maskottchen hatte sie aber ein bisschen Angst.

Annaberg-Buchholz/Schöneck.

In ihrer Kindheit und Jugend verging kein Jahr, in dem Brigitta Lehmann mit ihren Eltern, Schwestern oder Freunden nicht mindestens einmal auf der Annaberger Kät war. "Die Kät war immer das Größte", sagt die heute 70-Jährige. Mit dem Bus fuhr die Familie von Steinbach aus in die Kreisstadt zum größten Volksfest der Region.

Zu ihren Favoriten gehörten die Geisterbahn, Wurfspiele und vor allem die Losbude. "Ich wollte damals ein Glas Gurken gewinnen", erinnert sich die ehemalige Erzgebirgerin lachend. Heute sei das kaum noch nachzuvollziehen. Doch damals sei das durchaus ein toller Gewinn gewesen. Und sie zog tatsächlich die richtigen Lose und gewann das Gurkenglas. Auch Bettwäsche konnte sie sich einmal erspielen.

Die Erinnerungen sind bis heute lebendig geblieben, auch wenn die ehemalige Steinbacherin, später lebte sie mit ihrem Mann in Herold, schon lange nicht mehr im Erzgebirge wohnt. 1984 ging die Familie in den Westen, fand in Hessen in der Nähe von Frankfurt am Main eine neue Heimat. Kät-Besuche waren damit erst einmal nicht mehr möglich. Doch dann kam die Wende. Seitdem schaffte es Brigitta Lehman aber nur zweimal, auf die Kät. In diesem Jahr ist ein Besuch in der alten Heimat im Juni aber fest eingeplant. Beim Jubiläum 500 Jahre Kät will Brigitta Lehmann auf jeden Fall dabei sein.

Neben ihren Erinnerungen an die vielen Kät-Besuche ist Brigitta Lehmann unter anderem auch ein Foto aus Kindheitstagen geblieben. Aufgenommen wurde es im Jahr 1956. "Damals war es Usus, dass ein Eisbär durch die Gänge auf dem Kätplatz läuft und die Kinder sich immer ein Foto mit dem Eisbären wünschten." Vielleicht waren es auch eher die Eltern, die das wollten. Denn Brigitta Lehmann erinnert sich, dass sie vor dem damals sehr bekannten Maskottchen ein bisschen Angst hatte. Ihr Vater habe sie mit etwas Süßem beruhigen müssen. Beim Stichwort Kät kommt auch ihr Mann ins Schwärmen. Hippodrom, Feuerwerk und Co sind sofort wieder präsent. "Mit dem Fahrrad sind wir damals von Herold aus nach Annaberg gefahren, um das Feuerwerk zu sehen", ruft er Richtung Telefon. Familie Lehmann besuchte auch mit ihren eigenen Kindern die Kät. Das Volksfest verbinde einfach Generationen - damals wie heute.

Liebe Leser, schreiben Sie uns bitte, welche Erinnerungen Sie mit der Kät verbinden - egal ob vor oder nach der Wende. Haben Sie sich vielleicht auf dem Volksfest kennengelernt oder war die Kät gar Kulisse für einen Heiratsantrag? Auch suchen wir Fotos zum Thema Kät - egal ob in Schwarz-Weiß oder in Farbe. Die Adresse lautet "Freie Presse", Lokalredaktion Annaberg, 09456 Annaberg-Buchholz, Markt 8. Eine Einreichung ist aber auch per Mail möglich an red.annaberg@freiepresse.de. Alle Beiträge zur Kät finden Sie unter: www.freiepresse.de/kaet2020


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.