Kaiserliche Residenz bietet wieder Logis

Drei Jahre hat es leer gestanden - das Hotel neben dem Rathaus in Oberwiesenthal. Eine internationale Mannschaft hat das geschichtsträchtige Haus nun wieder neu belebt.

Oberwiesenthal.

Das Leben nimmt manchmal verschlungene Wege. Jochen Herrmann aus Oberwiesenthal beispielsweise - dort besser als "Theo" bekannt - hätte sich auch nicht träumen lassen, dass er in seiner einstigen Stammkneipe mal als Hausmeister arbeiten würde. Doch dort, wo der langjährige Busfahrer in den 1980er-Jahren sein Feierabendbier genossen hat, kümmert er sich nun um alles, was für den täglichen Betrieb des Hauses notwendig ist. Denn das einstige Hotel mit Restaurant in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses von Oberwiesenthal wird neu belebt.

Trotz bester Lage - unmittelbar im Zentrum der Stadt gelegen und trotzdem nur etwa 150 Meter vom Skihang entfernt - hat das geschichtsträchtige Haus zuletzt trotzdem drei Jahre leer gestanden. Erbaut 1750 war es bis in die 1970er-Jahre unter dem Namen Deutscher Hof ein Begriff, wurde später in Ratskeller unbenannt. Nach der Wende wurden die über der Gaststätte befindlichen Wohnungen integriert und daraus das Hotel Deutscher Kaiser. Der Name ziert auch heute noch das Eingangsportal des Hauses, das nun von der Hospitality-Pool GmbH betrieben wird. In Regie der Gesellschaft befindet sich unter anderem auch das Best Western Hotel Am Schlosspark Lichtenwalde. Von dort aus wird das Objekt in Oberwiesenthal auch mit gemanagt.

"Wir haben seit dem Sommer umfangreiche Umbaumaßnahmen beauftragt", berichtet Geschäftsführer Michael Waldbrunner. "Aus den ehemals 18 Hotelzimmern sind nun 11 Apartments im modernen Lodge-Stil geworden. Die haben wir passend zur Region im Hütten-Flair eingerichtet, dabei viel echtes Holz und edle Materialien verwendet", erläutert der gebürtige Tiroler, der aus Seefeld stammt. Auch bei der Namenswahl für die 23 bis 64 Quadratmeter großen Ferienwohnungen wurde Wert auf lokalen Bezug gelegt: Allesamt tragen sie Namen bekannter Berge aus der Region - allen voran natürlich der Fichtelberg. "Alle Apartments sind hochwertig ausgestattet. Zu den Annehmlichkeiten des Hauses gehören zudem Tiefgaragenparkplätze, ein Skikeller sowie ein Hauswirtschaftsraum mit Trockner und Waschmaschine", sagt Michael Waldbrunner.

Unterdessen ist das im Erdgeschoss befindliche Restaurant an Vèra Maderovà verpachtet. Sie hat viele Jahre erfolgreich in ihrer Heimat im tschechischen Karlsbad eine Gaststätte betrieben und ist seit mittlerweile sieben Jahren erfolgreich im touristischen Bereich in Oberwiesenthal tätig. Dabei habe sie schon immer gedacht: Diese Gaststätte müsste wiederbelebt werden. So ist sie schließlich irgendwann mit René Bloem von der Immo-Pool Spreewald GmbH ins Gespräch gekommen, in deren Besitz sich das Objekt befindet. "Ich hatte über Bekannte aus Oberwiesenthal den Tipp erhalten, dass das Haus leer steht. Schon beim ersten Besuch habe ich mich direkt verliebt", erinnert sich der gebürtige Holländer, der mittlerweile in der Schweiz lebt, an die erste Begegnung. Beide wurden sich schnell handelseinig. Und so eröffnet Vèra Maderovà morgen das Restaurant, dass nun den Namen "Karl IV." trägt. Ab nächste Woche ziehen dann die ersten Urlauber in die Ferienwohnungen ein.

Eine Entwicklung, über die sich neben Jochen Herrmann auch Oberwiesenthals Bürgermeister Mirko Ernst (FDP) freut. Er spricht von einer wichtigen Bereicherung für den örtlichen Tourismus. Für dessen weitere Entwicklung brauche es viele Beteiligte: "Einer allein schafft das nicht, egal wie er heißt", argumentiert er.

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