Kein Glühwein mehr bis zur Eisbahn: Warum eigentlich?

Der Annaberger Weihnachtsmarkt lockte wieder Zehntausende Besucher an. Während es andernorts auch nach dem Fest noch weitergeht, wird in der Kreisstadt bereits abgebaut. Würde sich eine Fortführung des Angebotes zum Beispiel bis Silvester nicht lohnen?

Annaberg-Buchholz.

Auf dem Marktplatz im Herzen der Stadt ist wieder Ruhe eingekehrt. Am gestrigen Freitag ist ein Großteil der Weihnachtsmarktbuden abgebaut worden. Und auch, wenn noch immer viele Touristen die Zwischentage nutzen, um Annaberg-Buchholz einen Besuch abzustatten, Glühwein und Bratwurst gibt es nur noch in geschlossenen Räumen. Da stellt sich die Frage, warum der Weihnachtsmarkt nach einer Pause an den Feiertagen nicht (in kleiner Form) noch bis Silvester oder Hochneujahr weitergeführt wird? Andere Orte machen es vor. München oder Dortmund zum Beispiel.

Aber in Großstädte muss man dafür gar nicht unbedingt blicken. Seit Jahren ist es auch in Oberwiesenthal Tradition, dass der Wiesenthaler Advent ab dem 27. Dezember zum Neujahrsmarkt wird. "Ab Weihnachten bis nach Silvester sind sehr viele Urlauber in der Stadt, die Hotels sind voll", erklärt Eventmanagerin Jennifer Hengst. Das bestätigt auch der Tourismusverband. "Die Buchungslage nach Weihnachten bis in das neue Jahr hinein ist als sehr gut einzuschätzen", so eine Sprecherin. Es gebe nur noch vereinzelte Kapazitäten.

Mit der Verlängerung des Weihnachtsmarktes in Oberwiesenthal bis in die erste Januarwoche hinein soll den Gästen nach den Worten von Jennifer Hengst ein zusätzliches Angebot gemacht werden. Und das wird sehr gut angenommen, sagt sie. Gerade zwischen Weihnachten und Neujahr haben viele frei, der Markt werde stetig frequentiert. Das wüssten auch die Händler zu schätzen. Aus wirtschaftlicher Sicht seien diese Tage sehr wichtig. Und nicht nur in Oberwiesenthal haben Touristen und Einheimische auch in diesen Tagen noch die Chance, das Weihnachtsmarktgefühl etwas zu verlängern. In Marienberg beispielsweise hat die Eisbahn erstmals bis einschließlich 1. Januar geöffnet, einen Stand mit Essen und Getränken gibt es ebenfalls. Selbst an den Weihnachtsfeiertagen konnten Kufenflitzer ihre Runden drehen. Weil das so ist, müssen sich die Kreisstädter bis zum Beginn der Eislaufsaison in Annaberg-Buchholz in diesem Winter etwas länger gedulden. Am 11. Januar soll die Eisarena von Andreas Engert öffnen.

Bis dahin können Annabergs Gäste zwar die ungehinderte Aussicht auf den Weihnachtsbaum und die Pyramide genießen, mehr aber auch zumindest außerhalb von Cafés und Lokalen nicht. Aus Sicht des Tourismusverbandes Erzgebirge wäre es eine Überlegung wert, einen kleinen Weihnachtsmarkt in der Nähe eines touristisch bedeutenden Ortes anzubieten. "Die Zeit bis Lichtmess bietet die Möglichkeit, den Lichterglanz und die Winterluft mit einem gemütlichen Beisammensein bei einem Glühwein oder einem Stadtbummel in ruhiger Atmosphäre zu genießen", so die Tourismusexperten. Allerdings sollte das in Absprache mit wichtigen Veranstaltungen, wie beispielsweise der Eisarena, laufen.

Aktuell deutet in Annaberg-Buchholz aber nichts darauf hin, dass der Weihnachtsmarkt künftig verlängert wird. Dafür wäre auch erst einmal ein entsprechender Stadtratsbeschluss notwendig, erklärt Rathaussprecherin Nicole Gräbner. Nach der geltenden Weihnachtsmarktsatzung endet er immer am 23. Dezember des jeweiligen Jahres. Als diese 2014 beschlossen wurde, sei auch über eine längere Dauer diskutiert worden. Damals hätten sich allerdings die Händler mehrheitlich dagegen ausgesprochen. "Auch sie wollen in den Weihnachtstagen eine Ruhezeit im Kreis der Familie genießen, zumal die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr auch eine Zeit der Besinnung, der Familie und der persönlichen Ruhe ist oder zumindest sein soll", so Gräbner.

Eine kleine Umfrage von "Freie Presse" unter den Händler bestätigt das. Karin Jankowski meint beispielsweise, dass die Zeit des Weihnachtsmarktes ausreiche. Sie hat in den vergangenen Wochen Waren der Stickerei Funke aus Eibenstock verkauft. Auf dem Frühjahrsmarkt sei die Firma wieder vertreten. Für Glühwein, Bratwurst und Co gebe es aber sicher noch einen Markt nach den Weihnachtsfeiertagen. Das sehen auch andere Händler wie Kai Schulze von der Erlebnisimkerei Bienentau aus Walthersdorf so. "Für uns würde sich das aber nicht lohnen", so Schulze. Zudem sei es auch immer eine Personalfrage, die nicht zu unterschätzen ist.

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