Kinder taufen Schloss-Uhus

Seit einigen Wochen leben in der gesicherten Ruine der Malzmühle in Schlettau zwei Eulen. Bisher fehlte den beiden Brüdern allerdings noch etwas - ein Name.

Schlettau.

Für Laien sind die beiden Uhus im Schlettauer Schlosspark kaum zu unterscheiden. Doch es gibt eine Besonderheit. "Der eine sitzt immer links, der andere rechts", haben einige Grundschüler beobachtet. Die Acht- bis Zehnjährigen kommen regelmäßig in das historische Gemäuer. Sie sind die Schlossgeister. So heißt das Ganztagsangebot, an dem sie teilnehmen. Kein Wunder also, dass sich die Kinder ganz besonders gut mit den Geschichten und Legenden rund um das Schloss auskennen. Und dieses Wissen fand nun eine ganz praktische Anwendung. Die Schlossgeister durften sich nämlich einen Namen für die Uhus ausdenken, die vor Kurzem aus Thermalbad Wiesenbad nach Schlettau zogen.

Die Wahl fiel auf Nikel und Dachs. Das sagt Ihnen nichts? Keine Sorge. Der ursprüngliche Nikel Dachs ist auch schon ziemlich lange Geschichte und hieß komplett Nikel Dachs von Hammerstein. Ein Porträt von ihm können Besucher im Schloss bestaunen. Und wie er für die Ewigkeit festgehalten wurde, sagt schon einiges über den Mann aus. Grimmig schauend und mit einer Narbe im Gesicht hängt das Gemälde in seiner damaligen Wirkungsstätte. Nikel Dachs war Söldnerführer und besetzte 1453 mit 200 Mann das Schloss, um eine Schuld einzutreiben. Das Unterfangen misslang und Nikel Dachs landete im Kerker, wo er bis 1457 bleiben sollte.


An diese Geschichte erinnern nun die Uhus mit ihren Namen - der eine heißt Nikel, der andere Dachs. Der eine sitzt immer links, der andere immer rechts. Zwar leben die Uhus nicht direkt im Schloss, sondern in der gesicherten Ruine der ehemaligen Malzmühle im Schlosspark. Doch ihre Aufgabe ist es auch, die Besucher ins Schloss zu lotsen, zum Beispiel in das Zentrum für Wald und Wildgeschichte.

Die große Voliere für Nikel und Dachs ist schon fertig, dennoch laufen in einem anderen Teil der Ruine noch Bauarbeiten. Daher kann die Malzmühle auch noch nicht betreten werden. Der Blick auf die Uhus ist dennoch frei. Schließlich hat das Gebäude auch Fenster, durch die die Tiere auch von außen zu sehen sind.

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